Richtig Essen

GfE- Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V.

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Was ist Wissenschaft?

Erstellt von r.ehlers am Montag 18. September 2017

-de.toonpool.com –

Vor knapp einem Jahr habe ich im Beitrag http://www.essenspausen.com/sind-wir-gemeinnuetzig/über unseren  Kampf, also den der GfE-Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V., zur Anerkennung unserer Gemeinnützigkeit durch die Finanzbehörden berichtet. Ich hatte angekündigt, mitzuteilen, wie dieser Streit verläuft.

Im Prozess hat sich seither absolut  n i c h t s  bewegt. Die Finanzverwaltung hat nur zur Kenntnis genommen, dass wir beanspruchen, in der Förderung der Wissenschaft tätig zu sein. Ohne dies zu belegen, streitet sie uns dies aber ab. Sie erklärt auch nicht, was sie etwa unter Wissenschaft anders versteht als wir oder sonst wer. Unsere Meinung zum Thema der Wissenschaftlichkeit haben wir in den letzten fünf Jahren in einer ganzen Reihe von Beiträgen präzisiert, z.B.:

http://www.essenspausen.com/zur-wissenschaftlichkeit-des-vorgehens/

http://www.essenspausen.com/kastrierte-wissenschaft/ und

http://www.essenspausen.com/die-normative-kraft-der-sprache/.

Ich will hier einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen und abrunden, nicht nur im Interesse des gerichtlichen Verfahrens, sondern weil es uns sehr wichtig erscheint dass allgemein begriffen wird, dass das wissenschaftlich richtige Verständnis der richtigen Ernährung und der richtigen Lebensgestaltung nicht allein in einem bestimmten wissenschaftlichen Einrichtungen vorbehaltenen Bereich stattfindet, sondern dass jeder Mensch sowohl das Interesse wie auch eigene Möglichkeiten hat, sich persönlich in die Erarbeitung des nötigen Wissens und ihre Verbreitung einzubringen.

Im Einzelnen:

Wirkliches Wissen

Mit Wissenschaftlichkeit und der Suche nach dem wirklichen Wissen meine ich nicht „das, was besondere Wissenschaftler tun“. Daran orientiert sich aber leider in fast allen Ländern die heutige Rechtspraxis. Schon wegen der Freiheit der Wissenschaft, die niemand für sich allein gepachtet hat, kann die wissenschaftliche Arbeit nicht beschränkt werden auf die elitären Kreise in den universitären Elfenbeintürmen und an den renommierten wissenschaftlichen Instituten. Von ausschlaggebendem Interesse bei der Ermittlung des wirklichen Wissens ist ohnehin nicht irgendwelches verborgene oder im Fachjargon verschlüsselte Expertenwissen, sondern das an Wissen, das von jedem vernunftbegabten Menschen verstanden und nachvollzogen werden kann. Es gibt kein Wissen, das ein erfahrener Richter, nötigenfalls mit fachlicher Hilfe durch gerichtliche Gutachter, nicht verstehen und sachgerecht beurteilen  kann. Und was richtig und falsch ist, dürfen in einem Streitfall in einem Rechtsstaat ohnehin nur die Richter entscheiden und nicht angebliche Koryphäen außergerichtlicher Kreise.

Zurück zur Frage der Wissenschaftlichkeit: Auch wenn ich nicht nur nach den gerichtsfesten Standards der etablierten Wissenschaften vorgehe, werden Sie hier im System der Essenpausen keine Behauptung finden, die nicht auf wissenschaftlich streng gesicherten Eckpfeilern beruht. Darauf aufbauende Folgerungen fußen darüber hinaus nur auf der Logik, nicht aber auf subjektiven Annahmen. Das bedeutet hingegen nicht, dass ich nicht unterstützend auch auf Überlegungen abstelle, die nicht  oder noch nicht voll beweisbar, aber immerhin plausibel, sind. Nichts spricht auch dagegen, überzeugende tiefe Einsichten und wertvolle Erfahrungen aus der europäischen Erfahrungsmedizin, etwa der der heiliggesprochenen Hildegard von Bingen, oder aus anderen Kulturen und ihrem Gesundheitswesen, zu berücksichtigen und in aller Vorsicht praktisch zu nutzen, z.B. aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), dem indischen Ayurveda und der tibetanischen Heilkunde.  Darüber hinaus ist es ein schwerer Fehler, die Erkenntnisse der Erfahrungsmedizin ganz außer Acht zu lassen. Das Wissen der exakten Wissenschaften, so großartig es auch schon ist, ist derzeit und gewiss noch für sehr lange Zeit  noch voller Lücken. Wenn wir uns nur mit wissenschaftlich voll gesicherten Erkenntnissen abgeben, gehen wir an einer Fülle großartiger Informationen und Möglichkeiten vorbei.

Die an den Universitäten und Instituten etablierte Wissenschaft ist aus Prinzip und auch zu Recht kritisch gegenüber allen unbewiesenen Behauptungen. Sie macht allerdings einen großen Unterschied zwischen dem, was aus ihren eigenen Kreisen an Lösungen hervorgebracht wird und das was von außerhalb ihrer Elfenbeintürme zu ihnen und an die Öffentlichkeit dringt – und ihre Kreise stört.

Seiten- und Quereinsteiger können in den ehrwürdigen Hallen der Wissenschaften leicht wie Elefanten im Porzellanladen wüten, so dass alle Welt froh ist, wenn nicht ein Autodidakt nach dem anderen den Medizinern mit seiner ganz anderen Art zu denken in ihre Fächer hineinredet. Sie werden sich an den Paradefall eine solchen Seiteneinsteigers erinnern: Dr. jur. Manfred Köhnlechner. Er war gelernter Jurist und erfolgreicher Manager im Vorstand des Medienriesen Bertelsmann (RTL), bevor er alles hinschmiss und vehement für die überfällige Öffnung des Gesundheitswesens zu alternativen Heilmethoden eintrat.

Lästige und besserwisserische Fachfremde sind für die Entwicklung der Wissenschaften oft von großem Wert, weil sie in der Erfassung und Beurteilung der offenen Probleme nicht mit Scheuklappen geschlagen sind und kreative Ansätze mitbringen, an die sich die in der Enge ihrer Fächer gewöhnten Experten ungern heranwagen http://www.essenspausen.com/seiteneinsteiger-quereinsteiger/. Experten haben oft regelrecht Angst vor dem Umgang mit Fachfremden. “Gestandene” Mediziner z.B. wissen, dass es ihnen im Kreise ihrer  Kollegen schadet, wenn sie sich mit den Meinungen Fachfremder überhaupt befassen und dazu eine eigene Meinung äußern, die nicht eindeutig abwertend ist.

Als gelernter Jurist kann ich das sehr gut nachvollziehen, wenn ich erlebe, wie Nichtjuristen immer wieder aus ihrem subjektiven Rechtsempfinden heraus, also ohne strukturierte Herleitung aus dem Gesetz, also „aus dem Bauch heraus“, verkünden, was Recht ist. Dabei ist es nur eine Frage der Logik, so wie jeder Jurist zur Lösung jeder Rechtsfrage sorgfältig den Sachverhalt mit den Tatbestandsmerkmalen der möglicherweise einschlägigen Rechtsvorschriften abzugleichen. Subsumtion heißt dieser Vorgang in der Rechtssprache. Die Naturwissenschaften haben aber auch nur diese eine für alle Menschen geltende Logik, nämlich Gesetzmäßigkeiten zu finden und in der Realität zu nutzen.

Die Kastration der Wissenschaften

In den beschriebenen Rahmen der Abhängigkeiten passt ein bestimmtes Instrument, mit dem unser Gesundheitssystem gesteuert wird und sich in vorauseilendem Gehorsam auch selbst steuert. Ich nenne das die Kastration der Wissenschaften.

Etablierte Wissenschaftskreise kennen in allen die Gesundheit – und damit auch die richtige Ernährung – betreffenden Fragen nur zwei Erkenntnisquellen:

(1) ihre weitgehend mit anderen anerkannten Koryphäen übereinstimmenden Äußerungen und

(2) den “Goldstandard”:  ergebnisbasierte placebokontrollierte und randomisierte Doppelblindstudien mit prospektiver Nachuntersuchung.

Es gibt sie noch, die Forschung auf herkömmliche Weise (1) mit der Suche nach der Erkenntnis über Annahmen, Hypothesen und Theorien mit dem Bemühen um ihre Verifizierung. Praktisch ist sie aber dadurch eingeschränkt, dass die „zuständigen“ Wissenschaftler unter sich bleiben und gezielt Einflüsse von außerhalb abwehren.

In der Praxis läuft aber alles auf diese Studien (2) hinaus, mit denen auch die Öffentlichkeit täglich konfrontiert wird. Es würde hier zu weit führen, im Detail aufzuzeigen, wie manipuliert oft die Fragestellungen der Studien sind, wie oft die Feststellungen gefälscht sind und wie immer wieder auf stümperhafte Weise die Schlussfolgerungen gezogen werden. Sehr anschaulich demonstriert das der bekannte britische Arzt Dr. Ben Goldacre in seinen Büchern, angefangen mit “Die Wissenschaftslüge”, Goldmann, 2010.

Wenn sich eine Wissenschaft, was ihre Erkenntnismöglichkeiten angeht, so selbst kastriert wie der Mainstream unserer heutigen Gesundheitswissenschaft, gibt es natürlich auch keine offene Begegnung mit wirklichem Gesundheits- und auch mit alternativem Heilwissen, deren Richtigkeit auf diesen Wegen nicht verifiziert werden kann. Denken Sie nur  daran, wie lange es gedauert hat, bis der wirkliche Wert der Akupunktur anerkannt wurde! In der Frage der Erforschung der Abläufe der Verstoffwechslung unserer Nahrung und der Nutzung der Mikronährstoffe für Körper, Geist und Gemüt stehen wir noch ganz am Anfang. Sollen wir das vorhandene immerhin  probate praktische Wissen darüber schlicht vergessen?

Die Allgemeinheit wird seit Jahrzehnten durch Politik und Medien im falschen Glauben gehalten, dass die Wissenschaft den Geheimnissen der Natur dicht auf den Fersen sei. Jedes neue Wissen auf allen Gebieten deckt dagegen  immer neue Wissenslücken auf. Das gilt für den Mikrokosmos wie für den Makrokosmos.

Wenn wir nur das bescheidene Wissen nutzen können, was an den renommiertesten Instituten der Welt gesammelt wird und zusätzlich, was mit den oft zweifelhaften Studien ausgestreut wird, gehen wir an einer Fülle von wertvollem Erfahrungswissen und an allen Forschungsergebnissen vorbei, die außerhalb des engen Wissenschaftsbetriebs generiert werden. Natürlich spreche ich da auch „pro domo“, bzw. für die Erkenntnisse über die Funktion und den Nutzen nativer Kost.

Keine Nähe der GfE zu Handelsprodukten

Historisch gesehen gab es, wenn auch nur in meiner Person als des Vorsitzenden der GfE deutliche Berührungspunkte mit Herstellern von Lebensmittelprodukten, deren Verzehr in kleiner Menge auf leeren Magen nach meiner persönlichen Erfahrung und nach meinen Forschungen einen immer wieder bestätigten positiven Einfluss auf körperliche und mentale Vorgänge hat. Es ging zunächst um die Aminas Vitalkost, die ich für die Aminas GmbH meines jüngsten Sohnes entwickelt hatte. Dies war die Art von schonend getrockneter fein gemahlener faserreicher roher Pflanzenkost, die nach meiner Herleitung eine ungewöhnlich schnelle und intensive Verstoffwechslung im Dünndarm erfuhr. Die zentralnervöse Meldung dieses Reizes korreliert ganz offensichtlich mit der Weckung des Esskontroll- und Wohlfühlhormons Serotonin, ohne dass damit auch alle zu seinem Aufbau und seiner Ausschüttung maßgebenden Umstände aufgeklärt wären. Ich hielt es für vorteilhaft, dass möglichst viele Menschen diese Zusammenhänge kennenlernten, weil ich von Tausenden von Nutzern dieser besonderen Essweise große gesundheitliche Vorteile  bestätigt bekommen hatte.

Die Aminas Vitalkost wurde in der Folge vielfach kopiert, erst von Beteiligten aus dem eigenen Bereich der Aminas GmbH (Nature Vital-Frühstück- Nature Ltd./Wessner, Abon Vitalkost – Armin Bonack, TAKEme – Thom Bezenek/Dr. Rüdiger Dahlke, EHLERS Naturkost – Beatrix Ehlers, mit der es keine Kontakte gibt) und dann auch von Dritten wie dem Zentrum für Gesundheit (Inka Gold). Noch bevor die Aminas GmbH vor zwei Jahren ihre Geschäfte einstellte, hatte ich den Lesern der Website der GfE mitgeteilt, dass meine Versuche mit einer großen Zahl von Lebensmitteln den sicheren Schluss ergeben hatte, dass es zur Auslösung der besonderen, insbesondere serotonergen, Wirkungen keines Handelsprodukts bedarf. Es braucht zur Nutzung dieser Wirkungen weder die Aminas Vitalkost noch einer ihrer meist noch wesentlich teureren Nachahmer.

Nachdem es nunmehr mehr als zwei Jahre her ist, dass es eine mittelbare Beziehung zu einem bestimmten Handelsprodukt gab, macht es wenig Sinn, der GfE deswegen vorzuwerfen, dass sie nicht ausschließlich im Interesse der Allgemeinheit tätig sei.