Richtig Essen

GfE- Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V.

Archiv für die 'Allgemein' Kategorie

Keine Kühe mehr auf der Weide

Erstellt von r.ehlers am 22. Juli 2019

Landwirtschaft: Retro oder Zukunft? Kühe auf der Weide | Bayern 2 ...

Bild: www.br.de

Während die Tötung wilder Tiere und der Verzehr ihres Fleisches viel weiter zurückreicht, begannen die Menschen der am Ende der letzten Eiszeit gelegenen Jungsteinzeit vor rund   10.000 Jahren, neben dem Ackerbau auch Nutztiere zu züchten. Nach und nach wurden alle geeigneten Flächen der Erde genutzt, um pflanzliche Nahrung für die Menschen und ihre Haustiere zu erzeugen. In Kürze wird die Weltbevölkerung nach Schätzungen von Forschern wie Hans Rosling mit 10 Milliarden Menschen ihre Obergrenze gefunden haben. In dieser für die Schöpfung sehr geringen Zeitspanne haben wir Menschen ganz nach dem Gebot in Genesis, I, 28 über die Welt ganz nach unserem eigenen Belieben verfügt:

„Und Gott segnete sie [Mann und Weib] und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan, und herrschet über die Fische im Meer und die Vögel des Himmels über das Vieh und alle Tiere, die auf der Erde sich regen.“

10 Millenien später kommen gerade in den sich christlich nennenden Ländern ernsthafte Bestrebungen auf, das Zusammenleben des Menschen mit seinen Mitgeschöpfen neu zu regeln. Vegetarier sprechen dem Menschen das Recht ab, das Fleisch der Tier zu essen, teils auch ihre Milch zu trinken und tierische Eier zu verzehren. Veganer lehen jede Nutzung von Tierprodukten ab, auch ihr Fell (Leder, Pelze). Die Bewegungen des Vegetarismus und des Veganismus sind in den letzten Jahrzehnten aus sehr kleinen Anfängen mächtig gewachsen. Schätzungen gehen dahin, dass heute bis zu 10 % der Bevölkerung in Deutschland vegetarisch leben und annähernd 1 % vegan.

Dabei spricht gesundheitlich nichts gegen einen maßvollen Fleischverzehr. Die Rechtslage in Sachen der Nutzung von Tieren ist ebenfalls nicht ergiebig. Zwar steht seit eh und je im Tierschutzgesetz, dass Tiere artgerecht zu halten sind. Politik und Rechtsprechung halten sich aber partout nicht daran. Ich wüsste nicht, wie man diese Front in absehbarer Zeit aufbrechen könnte. Wenn man mit den längst auf dem Papier vorhandenen Tierrechten ernst machen würde, wäre das shon mal das Ende der quälerischen Masstentierhaltung.

Dezidierte Verfechter des Vegetarismus und Veganismus sind in ihrer Lebensweise vorwiegend angetrieben durch ihren Glauben an eine Tierethik. Sie glauben daran, dass wir unmoralisch handeln, wenn wir überhaupt Nutztiere halten und uns von ihrem Fleisch ernähren. Eine Konsequenz davon ist, dass künftig keine Kühe mehr auf der Alm stehen, wenn sich diese Bewegungen voll durchsetzen. Zur Begründung dieser Moral können wir uns allerdings weder auf das Gebot eines Schöpfergotts noch sonst auf irgendeinen endgültigen Maßstab berufen.

Ich plädiere in solchen Fragen für die Nutzung des „gesunden Menschenverstandes“, wie unsicher und unscharf die so zu gewinnenden Lösungen auch sein mögen.  In dem Sinne sagt es mir etwas, dass es in aller Natur üblich ist, dass ein Lebewesen das andere frisst, um selbst zu überleben. Anders als die endgültige Abschaffung der Nutztierhaltung, die nach meiner Einschätzung sehr langfristig keine Realiseirungchance hat, lohnt es sich, sich endlich konsequent dafür einzusetzen, dass wir alle von uns gehaltenen Tiere als empfindende Wesen behandeln und ihnen jedes Leid ersparen, sowohl körperliche und psychische Verletzungen als auch ein frühzeitiges Abschlachten und ein Leben ohne arttypische Kontakte.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Ist die EU eine Demokratie?

Erstellt von r.ehlers am 18. Juli 2019

In den Verträgen der (derzeit noch) 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist eindeutig geregelt, dass die EU kein weiteres Staatsgebilde ist, sondern eine von den diesen Staaten gebildete Institution. Sie ist nicht unmittelbar Träger staatlicher Gewalt, ist vielmehr von den Regierungen der Mitglieder mit der Erfüllung öffentlicher Aufgaben belehnt.

Das gerade von den Bürgern in den Mitgliedsländern neu gewählte Parlament in Strassburg hat kraft der Verfassung der EU gewisse Mitwirkungsrechte gegenüber dem von den Regierungen der Mitgleider gewählten Europarat. Dazwischen steckt noch die EU-Kommission, eigentlich eine Einrichtung des Rates, aber auf komplizierte Weise in seiner Zusammensetzung vom EU-Parlament mit beeinflusst.

In diesem Wirrwarr wurden von den Bürgern die EU-Abgeordneten ins Parlament geschickt, der Rat schlug seine Kandidation von der Leyen als Kommissionspräsidentin vor und die Parlamentarier wählten sie mit Zähneknirschen. In der Folge verläuft die Einsetzung der weiteren Kommissionsmitglieder (für jedes Mitglied eines) ähnlich. Das Parlament kann vorgeschlagene Kandidaten so lange ablehnen, bis ihm welche behagen.

Was an diesen Vorgängen ist demokratisch? Verteufelt wenig. Das Volk hat nur das Recht, die Personen in die nationalen Parlamente und getrennt davon ins Europaparlament zu entsenden. Was in den politischen Sachfragen geschieht, geht das Volk nichts an, es wird von den Staaten und den in ihnen tätigen Medien über das informiert, was von den Parlamentariern und der von ihnen gewählten Exekutive (Regierungen, Kommission) entschieden wird. Die Entscheidungen der EU sind in der gegebenen Struktur extrem weit weg von den Bürgern, weil Mitglied der Kommission nur werden kann, wer dem EU-Parlament über den Europarat vorgeschlagen wurde. Alle, die in die Parlamente gewählt wurden, sind in ihren Personalentscheidungen frei. Sie müssen sich – wie jetzt in der Frage der Spitenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten – nicht an ihre Erklärungen vor der Wahl halten. Erst recht spielt die Meinung der Völker in Sachfragen (mit Ausnahme einiger regionaler Volksentscheide) absolut keine Rolle.

Auf dieser Basis versuchen die derzeit noch tonangebenden Kräfte in der EU die Souveränität der Mitglieidsstaaten auszuhöhlen. So soll eine „Verteidigungsunion“ gebildet werden. Über den Kriegseinsatz soll dann wohl die Kommission beschließen? Die, die die Kompetenzen bei den Mitgliedsstaaten belassen wollen, werden als engstirnige Nationalisten verunglimpft. Damit spielen sie den wirklich rechtsradikalen Kräften nur ins Spiel.

In Zeiten, in denen es klare Trennungen zwischen den begüterten besser gebildeten herrschenden Eliten und dem uninformierten Volk gab, hatte die reine repräsentative Demokratie noch einen Sinn. In zeiten aber, in denen es egal ist, ob die Mutter eines Staatslenkers (Schröder) eine Putzfrau war, der Vater eines Parlamentspräsidenten (Schulz) ein einfacher Arbeiter, die Tochter eines Pfarrers Kanzlerin und erst Bundesministerin und jetzt EU-Kommissionspräsidentin v.d.Leyen in eine zum norddeutschen Geldadel gehörende Familie eingeheiratet hat, haben wir keine Eliten mehr, die an Stelle des Volkes die politischen Weichen stellen sollen. Es ist Zeit für die Einführung von mehr direkter Demokratie in den Staaten, die sich zur EU zusammengefunden haben!

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Obligatorisches Essen auf leeren Magen

Erstellt von r.ehlers am 10. Juli 2019

Der Bierbauch – die Problemzone Nummer Eins

Bild: www.gesundheitsmagazin.net

Als in Fragen der richtigen Ernährung noch nicht der „Goldstandard“ der ergebnisbasierten randomisierten wissenschaftlichen Studien herrschte, wurde die Allgemeinheit noch nicht mit der heutigen schier unübersehbaren Fülle an einzelnen Informationen überschüttet, die meist nicht mehr bringen als einen Hinweis oder auch Nachweis eines bloßen Bezuges, einer Korrelation, zur Ernährung und ihren Folgen.

Die moderne Ernährungswissenschaft, die sich diesem „Studienrummel“ verschrieben hat, etablierte sich erst in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Grundlegende Fragen der Ernährung, insbesondere die wissenschaftliche Erforschung der ursächlichen Wirkzusammenhänge, lassen sich allein mit solchen Studien kaum beantworten, weil sie viel zu komplex sind, um sie auf einen einfachen Nenner zu bringen. Komplex heißt dabei ganz nach dem Gehalt dieses Wortes eben nicht bloß kompliziert, sondern so kompliziert, dass man einfach nicht dahinter kommt. Folglich kommt seit den 50er Jahren die Ursachenforschung in der Ernährungswissenschaft nicht voran.

Die Humanwissenschaften sind eben keine exakten Wissenschaften wie die Mathematik, die Physik und die Chemie. Die Ernährungswissenschaften kommen ebenso wie die Medizin nicht weiter ohne die Erarbeitung von Annahmen, Hypothesen und  Theorien sowie die Bemühungen ihrer Falsifizierung oder Verifizierung.

Wir tun daher gut daran, an die Arbeiten anzuknüpfen, die das Grundlagenwissen auf diese „altmodische“ Weise zu verbreiten suchen. Bestes Beispiel ist das 1883 herausgekommen Buch „Die neue Heilwissenschaft“ von Louis Kuhne, das in der Folge bis 1936 sage und schreibe 130mal aufgelegt wurde. Kuhne verdanken wir Erkenntnisse, die wir erst heute nach langen Irrwegen in ihrem Wert zu schätzen lernen. Daraus greife ich hier einmal den wichtigsten Aspekt heraus (5. Neuauflage, Turm-Verlag, 1998): Den Wert des Essens auf leeren Magen. Dort schreibt Kuhne über den überragenden Wert gut verdaulicher gegenüber schwer verdaulicher Nahrung, S. 94 f.:

„Je schneller unser Körper die ihm zugeführte Nahrung umzuwandeln imstande ist, desto mehr wird er davon zu seinem Nutzen verarbeiten können und desto mehr Lebenskraft wird er für sich erzeugen.

Ist nun eine Speise schwerer verdaulich, so dauert diese Arbeit, welche der Körper zu ihrer Verdauung braucht, länger. Wer sie genießt, muss in allen Fällen, soll sein Körper nicht Schaden leiden, so lange mit der Aufnahme neuer Nahrungsmittel warten, bis die vorher genossenen genügend verdaut sind. Leider ist das aber heute nur selten der Fall, zumal unsere Lebensgewohnheiten einem solchen scheinbaren Fasten hinderlich sind … “

Kuhne hat damit den von mir erstmals beschriebenen Weg der Einhaltung von Pausen zwischen den Mahlzeiten, der Essenpausen (Rolf Ehlers, Via Nova Verlag, 2012), in der Kernaussage vorweggenommen, auch den Weg des heute brandaktuellen intermittierenden Fastens, der, wie auch ich meine, kein wirkliches, sondern ein nur scheinbares Fasten ist.  Danach ist es obligatorisch, nichts Substantielles zwischen den durch Essenspausen getrennten Mahlzeiten zu essen. Das Warten mit der Nahrungsaufnahme hat aber seinen Sinn nur bis zur nächsten regulären Mahlzeit und nicht wie beim medizinischen Heilfasten über längere Zeiträume. Kuhne ist auch ein Freund solcher medizinischer Fastenkuren, er erkennt aber, dass sie etwas ganz anderes sind eine besondere Verteilung des Essens über den Tag hinweg.

Von Kuhnes obligatorischem Nichtessen zwischen zwei Mahlzeiten ist der Weg nicht weit zu meinen „erlaubten Zwischenmahlzeiten“, die ich Olaf Adam (KFZ-Diät, Haedecke, 2003) abgeschaut habe. Der enorme gesundheitliche Vorteil der Essenspausen ist, dass sich in ihnen der Metabolismus auf die Fettverbrennung umstellt und zudem, dass er Körper dazu übergeht, unter Einsatz der Lysosome genannten Organellen in den Körperzellen diese vom angesammelten innerzellulären Abfall zu befreien (Autophagie). Adam hat festgestellt, dass kleine Zwischenmahlzeiten, die weniger als 10 kcal Energie leicht verfügbar machen, diese Vorgänge nicht unterbrechen. Man kann daher unbedenklich innerhalb der Essenspausen jederzeit und auch wiederholt solche kleinen Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen. Es ist einleuchtend, dass mit dieser Ausnahme die obligatorische Einhaltung des Nichtessens vor der nächsten anstehenden Mahlzeit viel leichter fällt.

Derzeit sind 70 % der Deutschen übergewichtig oder fettsüchtig. Mit dem obligatorischen Essen auf leeren Magen, gemildert durch kleine Zwischenmahlzeiten, kann die Situation nicht nur auf dem Papier geändert werden, weil die erlaubten Zwischenmahlzeiten Platz lassen, sofort auf Hungerattacken zu reagieren. Kuhne erklärte zwar, dass der Hunger in den Essenspausen von selbst zurückginge. Das ist tatsächlich bei vielen Menschen so, aber wohl nicht einmal bei der Mehrheit. Für alle anderen ist es wichtig, dass sie mit den kleinen erlaubten Zwischenmahlzeiten jederzeit gegensteuern können.

Bild: www.deutschlandfunkultur.de

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Volk ohne Herrschaft

Erstellt von r.ehlers am 30. Juni 2019

Bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland 1848

Wir benutzen alltäglich wichtige Begriffe wie „Volk“ und „Demokratie“, wissen aber nicht sicher, was sie bedeuten. Diese Unwissenheit betrifft beileibe nicht allein die große Mehrheit der Menschen, sondern auch die unter ihnen, die wissenschaftlich oder beruflich besonders mit den Phänomenen des Volkes und der Demokratie zu tun haben. Der Schweizer Journalist Robert Misik stellte am 4.6.2019 in einem Gastkommentar in der Neuen Züricher Zeitung fest, dass es „das Volk“ nicht gäbe. Die ganze Bevölkerung eines Landes sei es nicht, allein der Aufenthalt im Staatsgebiet reiche zu dieser Annahme nicht aus. Welche Kriterien aber sonst zu erfüllen seien, sei nicht sicher auszumachen. Also eine Art „Unlösbarkeitstheorie“.  Dazu gleich mehr.

Immerhin sagen alle sich demokratisch nennenden Verfassungen der Welt, dass es das Volk in dem bezeichneten Staatsgebiet sei, das sich solche Grundordnungen gegeben habe. Tatsächlich wurden alle diese Regeln jeweils von einem kleinen Gremium von Leuten bestimmt, die von den gerade die Macht Innehaltenden ausgewählt wurden. So wurde auch das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (BRD) 1949 nach Vorbereitung durch den Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee vom Parlamentarischen Rat geschrieben und von den drei westlichen Besatzungsmächten genehmigt.  Niemand wird behaupten wollen, dass diese Gremien mit ein paar Dutzend ausgewählter Persönlichkeiten das deutsche Volk gewesen seien.

Bis zur Vereinnahmung der DDR durch die BRD legte der alte Art. 146 GG fest, dass nach der Herstellung der Einheit Deutschlands mit den weiteren Teilen des alten Deutschen Reiches sich dann doch das ganze deutsche Volk in voller Freiheit seine künftige Verfassung geben sollte. Das wurde von den etablierten Parteien im Bundestag und der Regierung Kohl mit der „Wende“ trickreich vereitelt, indem Art. 146 GG einfach geändert wurde und die in der DDR von der frisch gewählten Volkskammer neu gebildeten fünf Länder ihren Anschluss an die BRD erklärten. Zuvor hatten im Osten millionenfach Menschen auf Demonstrationen skandiert: „Wir sind das Volk!“ Aber weder auf ihre Meinung noch auf die der Bürger in den westlichen Bundesländern wurde in den Parlamenten und Regierungen in Bonn, Berlin und in den Bundesländern geachtet.

In der etwas schwammigen Sprache des Gesetzes (Artikel 20) klingt das so: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“ Auf diese Weise bleiben die Kriterien der Begriffe Volk und Demokratie im Dunkeln. Vielleicht sollte ich sogar sagen, dass damit über den wahren Inhalt der Begriffe getäuscht wird. Woher aber sollen die tatsächlichen Begriffsmerkmale kommen? Man muss wissen, dass soweit keine verpflichtende gesetzliche Definition erreicht, solche Begriffe auch als Rechtsbegriffe gelten, weil sie Sprachbegriffe sind. Ihr Inhalt ist sprachanalytisch zu ermitteln, ihre Geltungskraft haben sie dann durch die Bindungswirkung der Sprache. Es sollte daher nicht so schwer sein, für jedermann verständlich darzulegen, was das Volk ausmacht und was eine Demokratie ist.

Art. 116 GG  definiert das Volk so: Deutsche, die in ihrer Gesamtheit das deutsche Volk bilden, sind in erster Linie die Masse der deutschen Staatsangehörigen, ergänzt um Vertriebene, zu Unrecht Ausgebürgerte und (nach dem Vertriebenengesetz) auch in den Osten ausgewanderte frühere deutsche Staatsangehörige und deren Nachkommen, die sich zum „deutschen Volkstum“ bekannt haben. Erst durch die Folgen des 2. Weltkrieges kam die Notwendigkeit auf, auch solche Volksdeutschen zum deutschen Volk zu zählen. Bis dahin gab es nur Auslandsdeutsche, die emigriert und woanders heimisch geworden waren, sodass sie hier ihre Bürgerrechte verloren. Allerdings ließen die deutschen Länder meist Repatriierungen zu – anders im Falle des Großvaters von Donald Trump, dem vorgeworfen wurde, statt der Ableistung seiner Wehrpflicht das Land verlassen zu haben.

Die der Auswanderung und den Kriegsfolgen geschuldeten Sonderprobleme sind inzwischen Geschichte. Heute wird jeder Teil des deutschen Volkes, wenn er die Staatsangehörigkeit erwirbt, selbst wenn er seine bis dahin bestehende Staatsangehörigkeit und auch emotional seine alte Volkszugehörigkeit beibehält. Die Übernahme deutschen Volkstums oder einer „deutschen Leitkultur“ (Merz) gehört nicht zu den Kriterien des Volksbegriffes. Völlig unverständlich ist allerdings, wie die Kanzlerin Merkel das Volk belehrt: „Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt.“ Wie passt denn das zu der 2015 von ihr betriebenen unkontrollierten Zuwanderung?

Der Begriff der Demokratie ist zum Teil viel leichter zu erklären als der des Volkes, denn eigentlich ist gemeint die Herrschaft des Volkes im Gegensatz zur Herrschaft der üblichen Eliten. In aller Geschichte (mit Ausnahme wohl nur der Schweiz) haben wir das niemals gesehen, dass die Regierenden in ihren sachlichen Entscheidungen an den Willen des Volkes gebunden waren. Ich vernachlässige mal die nur regional bedeutsamen Entscheidungen in einigen deutschen Bundesländern. Warum nur bindet der Wille des Volkes nicht den Gesetzgeber und die Regierung? Warum nur wird laufend akribisch ermittelt, welche Parteien vom Volke gewählt werden würden, wenn morgen die Parlamente neu zu besetzen sind, während die Meinung der Bürger in den wichtigsten Sachfragen kaum abgefragt wird wie die Rettung der verzockten Banken, der Übernahme fremder Staatsschulden, der unkontrollierten Migration, der Beteiligung an Kriegen und die Aufgabe souveräner Rechte des Staates an Private oder Drittländer?

In der Bundesrepublik werden die wichtigsten Entscheidungen vom Bundestag getroffen. Dort bestimmen die in Parteien auftretenden Abgeordneten, die sich alle 4 Jahre zur Wahl stellen, innerhalb ihrer Amtszeit aber in ihren Entscheidungen frei sind (Art. 38 GG). Mal der eine, mal der andere äußern öffentlich ein Interesse an der Einführung eines Kerns von direkter Demokratie wie insbesondere bundesweiter Volksentscheide. In stiller Übereinkunft bilden sie insoweit aber nie eine Mehrheit im Parlament. So kommt es, dass im Volk wie zu Zeiten der Monarchen immer noch die Vorstellung herrscht von denen „da oben“ und dem Volk ganz unten.

Ich plädiere dafür, dass wir niemals mehr einen Politiker wählen, der sich nicht öffentlich zur Einführung bundesweiter Volksentscheide bekennt. Sonst bleibt es dabei, dass die kleine Schicht der Politiker, die sich nach oben hochgestrampelt haben, immer weiter die Rolle des Vormunds des Volkes spielt. Dass  sie nicht mehr wissen und können als unzählige Menschen aus dem Volk beweist diese Quasi-Elite doch jeden Tag. Der beliebte Satz: „Mit dem Amt wächst der Verstand!“ ist leider überhaupt nicht wahr.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Erolgreiche Prokrastination

Erstellt von r.ehlers am 28. Juni 2019

Prokrastination: 50 Tipps gegen Aufschieberitis | karrierebibel.de

Grafik:karrierebibel.de

„Was Du heut‘ nicht kannst besorgen, das verschieb‘ getrost auf morgen“

Klingt das „Verschieben auf morgen“ (lat. pro= für, cras=morgen) nicht viel netter als der notorische Vorhalt, doch ja keine Arbeit, die man auch gleich erledigen kann, auf „später“ bzw. auf den nächsten Tag zu verschieben? Und haben wir es nicht alle wiederholt im Leben erfahren, dass eine lästige Arbeit, die wir vor uns her geschoben haben, sich als ganz einfach erweist, wenn wir sie nach einer mal kurzen, mal langen Arbeitspause angehen?

Seit eh und je haben die Alten den Freiheitsdrang der Jungen kritisiert, die sich nicht in das Korsett zeitlich streng kontrollierter Arbeit oder Beschäftigung pressen lassen und lieber schon den Tag  zeitweise träumerisch verbringen wollen. Bis heute befleißigen sich meist Eltern. Lehrer und Psychologen/Psychiater damit, die „faulen“ Jungen zu schelten, wenn sie nicht alsbald an die Arbeit gehen, die ihnen aufgegeben wurde. Mit Zwang und Drill erreichen sie bei ihnen, wenn schon nicht eine bessere Folgsamkeit, so doch, dass sie wenigstens ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie Arbeit nicht gleich erledigen sondern vor sich her schieben.

Nur am Rande: Vergleichbar mit der Schelte über das Verschieben von Aufgaben ist die Disqualifizierung der Menschen, die sich einfache Lösungen von Problemen einfallen lassen als „Dünnbrettbohrer“. Aber wie dumm ist denn das, wenn jemand darauf besteht, komplizierte Standardwege zur Problemlösung zu begehen, wo es doch schnelle kurze Wege zum selben Ziel gibt?!

Natürlich ist die häufige Gewohnheit vieler Menschen zu beklagen, anstehende Arbeiten grundlos ständig vor sich her zu schieben. Gegenüber dieser Seuche ist es sogar angebracht, einmal nach einem selbst errichteten Tagesplan zu leben, in dem die Arbeitszeiten festgeschrieben sind. Je nach Art der vorliegenden Arbeit ist es aber sehr oft angesagt, bewusst nur so weit in die Probleme einzusteigen, wie es ohne krampfhafte Bemühung gelingt und sich anderen Dingen zuzuwenden bis einem selbst die Zeit reif scheint, sich die Sache noch einmal anzusehen.

Horaz hat mit seinem berühmten Wort „carpe diem“ übrigens nicht gemeint, dass man jeden Tag alle anstehende Arbeit ohne Verzug erledigen sollte, woran man denken muss, wenn man übersetzt: „Nutze den Tag!“ Bei richtiger Übersetzung heißt es nämlich: „Genieße den Tag! Das indessen kann man nicht tun, wenn man ohne alle Musse all seine Zeit mit Arbeit verbringt. Auf der richtigen Linie liegt da der von Herodot kolportierte Spruch „quidquid agis, prudenter agas et respice finem“! Statt aufgedreht wie die Wühlmäuse, die jede Sekunde des Tages mit futtern verbringen sind wir Menschen mit unserem komplexen Gehirn besser beraten, wenn wir erst denken und die Folgen unseres Handelns in Ruhe abschätzen, bevor wir aktiv werden. Wenn wir das tun, geben wir unserem zentralnervösen Organ die Gelegenheit, unterhalb der Schwelle des Bewusstseins gespeicherte alte Bilder und Gedankenverknüpfungen mit neuen zu vergleichen, um – oft genug – am Ende „heureka!“ zu rufen, weil wir mal wieder eine neue Erkenntnis gefunden haben. Das bedeutet es, seine Kreativität aufzurufen. Eine brave Arbeitsbiene, die hinfliegt, wohin sie geschickt wurde und keine Abschweifungen von der vorgegebenen Route mag, kann das nicht.

SWR Aktuell on Twitter: ""Man sieht nur mit dem Herzen gut", ja ja ...

Schon kleine Arbeitspausen erweisen sich in der Praxis als wertvoll. So haben kluge Unternehmer beim Bau ihrer Büros darauf geachtet, dass ihre Mitarbeiter weite Wege zu den Toiletten zu gehen haben – nicht um sie vor zu häuiger Entfernung vom Arbeitsplatz abzuhalten sondern um ihnen ausreichend Zeit zu lassen, aus der Fixierung auf ihre Aufgaben aufzutauchen. Sehr hilfreich ist schließlich die mehrmals am Tag mögliche bewusste Abschaltung durch kurze Phasen der Meditation.

Der nächtliche Schlaf ist schließlich die beste aller Gelegenheiten, dem Arbeitsstress zu entgehen. Was immer man vorbereitend tun kann, um die Last der Arbeit aus dem Bewusstsein heraus zu lassen, erleichtert es dem Zentralen Nervensystem, das nie abschaltet, mit Abstand die Probleme der Arbeit von vielen Aspekten neu anzugehen, oft mit überraschenden neuen Einsichten am Ende. Hält man sich zudem offen hält für das Aufkommen von Träumen, vielleicht sogar von Klarträume (vgl. http://www.essenspausen.com/schlaf-und-traum-wir-ticken-ganz-anders/), wird einem die erst mit dem Tod endende permanente Aktivität des zentralen Bervensystems bewusst.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Studien reichen nicht zum Verständnis komplexer natürlicher Wirkzusammenhänge

Erstellt von r.ehlers am 26. Juni 2019

Studien prä-registrieren

Grafik: leibniz-psychology.org

Ernährungswissenschaft und –lehre verhalten sich geradezu wie trunken von der Vorstellung, dass allein der kontrollierte Nachweis der physiologischen und gesundheitlichen Wirkungen des Verzehrs eines Lebensmittels durch ergebnisbasierte randomisierte Studien geeignet sei, das Wissen um die richtige Ernährung zu fördern. Sie sind auf diese beschränkte Erkenntnisweise ebenso fixiert wie die universitäre Standardmedizin, die sich gegenüber allen allein durch Erfahrung gewonnenen Erkenntnissen blind stellt.

Diese Situation besteht heute schon seit etwa 70 Jahren. Seither sind Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen solcher Studien in die Welt gesetzt worden. Leider werden sie nur selten dem Anspruch an exakte Wissenschaftlichkeit ihrer Ergebnisse gerecht. Der größte Mangel dieser Studien liegt bereits in der Fragestellung bei den in den Wissenschaften von der Ernährung und der Medizin schon von der Natur her regelmäßig gegebenen hoch komplexen Wirkzusammenhängen. Komplexität heißt ja nichts anderes als dass die zu untersuchenden Vorgänge nicht bloß kompliziert, sondern dass sie regelrecht undurchschaubar sind.

Nehmen Sie nur als Beispiel die endlosen Versuche der Forschung, durch Studien einen Stoff oder eine Medizin zu ermitteln, die den Menschen wohlgestimmt oder gar glücklich machen sollen, die ihn tagsüber wach und konzentriert halten und ihm nachts einen erquickenden Schlaf schenken und ihm neben vielen körperlichen und psychischen Vorteilen besonders Depressionen und Burnout fern halten. Nicht anders ist es bei den immerwährenden Bemühungen, eine Pille oder ein Stück Nahrung zu finden, die nachhaltig das Übergewicht vertreiben.

Als das scheinbar patente System der Mehrung von exaktem Wissens durch ergebnisbasierte randomisierte Studien aufgestellt und überall in unserer Gesellschaft als verbindlich akzeptiert wurde, gehörte es allerdings noch nicht zum Allgemeinwissen, dass die Natur nicht einfachen geordneten Beziehungen folgt, wie unsere Logik uns das nahelegt, sondern dass sich alle Lebensvorgänge in einem nicht linearen chaotischen System befinden, das keinen Durchblick in die vollen kausalen Verflechtungen zulässt. Festgeschrieben auf unsere Logik lieben wir aber die einfachen Abläufe und biegen uns allzu gern die Welt so zurecht, dass sie uns einfach erscheint. Wir vergessen dabei, dass es gerade eine der größten Leistungen der Natur ist, trotz der unerhörten Komplexität aller Lebensvorgänge dafür zu sorgen, dass ihren Lebewesen das praktische Leben leicht fällt. Wenn wir dieses System nicht nur praktisch anwenden, sondern auch verstehen wollen, müssen wir allerdings weit tiefer schürfen.

Bezogen auf den  einen Stoff oder das eine Mittel, die Gesundheit und Glück bringen sollen, führt die ernsthafte Suche schnell auf das Wohlfühlhormon Serotonin, aber nur um bald festzustellen,  dass dieses Hormon zu seiner Entstehung der Beteiligung von einem Dutzend verschiedener Vitalstoffe und der Erfüllung einer ganzen Reihe von Bedingungen für seinen Aufbau und seiner Ausschüttung bedarf. Schlimmer noch: Es gibt mehr als 15 verschiedene – nur in Ansätzen erforschte- Untergruppen von Serotonin mit  teils sogar entgegengesetzten Wirkungen. Zu guter Letzt ist dieses Hormon auch ein sog. Modulationshormon. Es wirkt unterschiedlich je nach gleichzeitigem Vorhandensein vieler fundamental wichtiger Hormone wie z.B. Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, GABA und Melatonin. Und doch kommt es immer wieder vor, dass serotonintypische Wirkungen wie beispielsweise die direkte Stimmungsaufhellung nach der Gabe im Einzelfall eintreten, indem nur einer der Bestandteile von Serotonin, etwa Vitamin B12, Vitamin D, Schwefel, Selen, Zink oder Magnesium in den Körper kommen – oder dass beim Fehlen auch nur eines dieser  Stoffe die gute Stimmung gedrückt wird. Nach dem sog. Minimumgesetz muss ja nur ein Faktor fehlen, damit die Entstehung des Hormons unterbleibt.

Über Tausende von Jahren hinweg hat die Menschheit praktische Erfahrungen mit der Natur und ihren wirkmächtigen Substanzen in den Pflanzen gemacht. Es ist ein schwerer Fehler, dieses Wissen zu ignorieren und nur Wirkungen zu beachten, die sich in den auf einfache lineare Abläufe beschränkten Studien zeigen. Es ist also höchste Zeit, Abstand zu nehmen von der Annahme, dass die richtige Ernährung wissenschaftlich exakt bestimmbar sei. All die vielen einzelnen Studien sind natürlich nicht sämtlich nutzlos. Sie erlauben aber nur hier und da einen Blick auf die großen Zusammenhänge. Auf diese aber kommt es letztlich an, weshalb ein „Ernährungskompss“, wie ihn der Medizinjournalist Bas Kast mit seinem Bestseller vorgestellt hat, trotz der Berücksichtigung von 50.000 aktuellen Studien an Kernfragen der Ernährung überall da vorbeigeht, wo der Studienrummel schon in der Stellung der richtigen Fragen große Lücken lässt.

Das bedeutet insbesondere, positiven Erfahrungen im Umgang mit der Nahrung wieder Beachtung zu schenken, auch wenn die Komplexheit des Themas es nicht zulässt, die Wirkungen des Verzehrs sicher vorauszusagen. Eine Reihe weiterer Beiträge zum Thema finden Sie, wenn Sie auf der Startseite in der Suchrubrik das Stichwort „Studien“ eingeben.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Spirulina oder Chlorella?

Erstellt von r.ehlers am 22. Mai 2019

Spirulina   

Spirulina                                                             Spirulina – Presslinge

Auch wenn es mir hier besonders um die Blaualge Spirulina, die genau genommen eine Bakterie ist,  als Lebensmittel geht, fange ich beim Vergleich mit der ebenso bekannten und beliebten Grünalge Chlorella an. Beide Algen sind wahre Wunder der Natur, was ihren Gehalt an Nähr- und Vitalstoffen angeht, der allerdings bei der Chlorella weniger gut nutzbar ist.

Chlorella lebt ausschließlich im Süßwasser. Die Chlorella, die man heute überall als Pulver oder in Form von Presslingen kaufen kann, stammt ausschließlich aus kontrollierter Zucht in dafür eingerichteten Rohrsystemen. Nur bei unkontrolliert in der freien Natur wachsender Chlorella finden sich für den Menschen gefährliche Giftstoffe. Der einmalig große Wert der Chlorella liegt aber gerade darin, dass sie im Verdauungstrakt fremde Giftstoffe, auch Schwermetalle und Pestizide, an sich bindet und zur Ausscheidung bringt. Möglich ist das durch die mehrschichtige Zellwand der Chlorella, die von den körpereigenen und auch von Nahrungsenzymen nicht abgebaut werden kann. Im Darm breiten sich die Zellstrukturen der Chlorella wie ein Schwamm aus, der die Schadstoffe bindet.

Der Chlorella wird nachgesagt, dass sie sogar auch Schadstoffe aus dem Körpergewebe an sich binde. Natürlich müssen sie erst aus ihren vormaligen Depots, z.B. Amalgam aus den Zahnfüllungen, gelöst und in den Blutkreislauf gelangen. Das scheint beispielsweise bei der Entfernung alter Zahnfüllungen der Fall zu sein. Viel spricht dafür, dass eine kurmäßige Nutzung der Chlorella schädliche Ablagerungen aus dem ganzen Körper herausschleusen kann, wenn wohl auch nicht aus dem Gehirn. Aber Vorsicht: Wenn Schwermetalle, auch radioaktive Stoffe, ihre alten Standorte im Körpergewebe verlassen, können sie erst einmal neue Schäden im Körper anrichten. Der Chlorella werden auch weitere große Wirkungen nachgesagt, insbesondere soll sie dank ihr eigener Wirkstoffe den Zellstoffwechsel und das Mikrobiom verbessern sowie DNA-Schäden reparieren.

Bei der Spirulina sind ihre unvergleichlich reichen Nähr- und Vitalstoffe bestens bioverfügbar. Sie hat nur eine einfache gut überwindbare Zellmembran. Daher ist die – übrigens auch besser schmeckende – Spirulina gut verträglich und kennt nicht die Nebenwirkungen wie insbesondere die Verstopfungen, die empfindliche Menschen beim Verzehr der Chlorella plagen können.

Spirulina enthält wenig Kohlenhydrate und Fettsäuren, aber mit bis zu 70 % phänomenale Mengen an allen bemötigten Aminosäuren, extrem viel B-Vitamine (außer bioverfügbarem B12) und Beta-Karotin. Wer davon ausgehen muss, dass seine übliche Ernährung in Teilen mangelhaft sein könnte, kann von dem täglichen Verzehr einiger Spirulina-Presslinge sehr profitieren.

Eine gute Übersicht über alle Stoffe in der Spirulina finden Sie unter http://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de/G004500/Spirulina-Pulver.php

 

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Mens sana in corpore sano … s i t !

Erstellt von r.ehlers am 22. Mai 2019

Live Sport Stream HD | Die ganze Welt des Sport erleben | Magenta ...

www.magentasport.de

Zur Zeit des im Jahre 51 nach Christus geborenen mächtigen römischen Kaisers Domitian lebte auch der damals wie auch heute noch nicht minder bekannte römische Satirendichter Juvenal, dem wir eine ganze Zahl von unsterblichen vielsagenden Worten und Redewendungen zu verdanken haben. In seinen berühmten 16 Satiren (saturae) geißelt der aufmüpfige Juvenal die Ungereimtheiten der römischen Gesellschaft. Gerade im deutschsprachigen Raum messen sich an ihm noch heute viele große Satiriker wie – nur z.B. – Volker Pispers und Georg Schramm.

Würde Juvenal heute leben, würde er angesichts des Eigensinns und des Gehampels der Regierenden unserer Länder wieder erklären, dass es schwierig ist, keine Satire zu schreiben (Difficile est, saturam non scribere) und würde fragen, wer aber die Wächter (des Staates) selbst bewachen solle (Sed quis custodiet ipsos custodes?).

Seine berühmteste Sentenz „panem et circenses“ (Brot und Spiele) kennzeichnet bis in die heutige Zeit treffend das würdelose Handeln der Regierenden, mit dem diese die große Masse „kusch“ halten, indem sie dafür sorgen, dass nur die Bäuche der Menschen gefüllt sind und ihnen aufregende Spielchen zur Ablenkung geboten werden. Wer denkt da nicht an die Agrar- und Ernährungspolitik von heute, in der Masse vor Klasse geht, und an die unablässige Präsentation von Mordgeschichten auch im Bezahlt-Fernsehen oder auch an den Hype um den professionellen Fußballsport!

Vom „panem et circenses“ ist es nicht weit bis zum zweiten großen Spruch des Juvenal aus Satire 10,356, wo es wörtlich heißt:

[…] orandum est ut sit mens sana in corpore sano.

Übersetzt heißt das:

„Beten sollte man darum, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei.

Heute wird der lateinische Text fast durchweg verkürzt zu:

„Mens sana in corpore sana est „. Das soll heißen, dass der gesunde Geist und der gesunde Körper mehr oder minder zwangsläufig beisammen wären, indem entweder nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen könne oder dass man in einem kranken Körper keinen gesunden Geist fände. Das alles ist falsch.

Im Dritten Reich bezog man sich gern auf Juvenal zum Beleg der angeblich großen Bedeutung körperlicher Ertüchtigung. Dieses Denken wirkt auch nach dem Ende des tausendjährigen Reiches in aller Welt fort. Es durchzieht auch die gesamte aktuelle Ernährungslehre, die neben gesunder Nahrungasuswahl eine regelmäßige und intensive sportliche Betätigung als grundlegende Voraussetzung für den Erhalt der Gesundheit und darüber hinaus für gute mentale Funktionen sieht.

Moderate regelmäßige Bewegung ohne alle Spitzenleistungen ist dagegen unzweifelhaft für jeden Menschen von gesundheitlichem Wert, während „richtiger“ Sport den Menschen unnötige Risiken auferlegt, die in der Realität bei Millionen von Menschen zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt.

Churchill wird zu unrecht nachgesagt, dass er das böse Wort „Sport ist Mord“ geprägt hätte. „Mord“ ist tatsächlich nur der Sport, der den Ausübenden überfordert, was allerdings beim Leistungssport Teil des Programms ist.

Juvenal hatte mit dem Bild vom gesunden Geist im gesunden Körper gar keine biologischen und spirituellen Zusammenhänge im Kopf. Er geisselte vielmehr seine naiven Mitbürger, dass sie sich ständig mit allerlei törichten Gebeten an die Götter wandten, und schlug vor, dass sie die Götter -wenn überhaupt- dann darum bitten sollten, dass sie am Körper gesund blieben, dass aber auch ein gesunder Geist in diesen einzöge. Juvenal erweist sich damit als ein früher Aufklärer.

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Der magische Moment – Bronchialschleim

Erstellt von r.ehlers am 9. Mai 2019

Heilpflanzen für gesunde Bronchien

Bild: www.gesundheitratgeber.wiki

Von: A.J. [mailto:…gmx.de]
Gesendet: Donnerstag, 9. Mai 2019 09:19
An: rolfehlers.richtigessen@gmail.com
Betreff: Der magische Moment

Guten Morgen!

Ich lese mit Begeisterung ihre Beiträge und stelle tatsächlich eine Verbesserung fest, seitdem ich morgens auf leeren Magen native Kost verzehre. Allerdings stellt sich mir seit längerem folgende Frage: Macht der Magenpförtner zu, wenn ich Bronchialschleim schlucke?
Vielleicht haben Sie da eine Idee dazu..

Beste Grüße

A.J.

Meine Antwort:

Auch Ihnen einen guten Morgen, Herr A.J.,

nach den Berichten von Tausenden Nutzern nativer Kost (meist Amaranth und Quinoa) kann ich fast 20 Jahre nach meiner eigenen Befreiung von beachtlichen Störungen (s. meine Aminas History) ganz sicher sagen, dass jegliche Verbesserungen nur auftreten, wenn man zuvor gegen die eigene Natur gesündigt hat.

Einen gewissen Unterschied kann es schon machen, wenn man mit der rohen nativen Kost tatsächlich gut erhaltende Vitalstoffe aus den rohen Pflanzen mitbekommt. Neben den vielen Enzymen, Vitaminen und Antioxidantien sollte es auch von Bedeutung sein, dass man im Gegensatz zu aller üblichen hitzebehandelten Kost auch einen Schub der höchst wichtigen Schwefelverbindungen mitbekommt. Wer aber regelmäßig nicht erhitztes Obst und Gemüse verzehrt, braucht allein wegen des Schwefels keine native Kost.

Ich esse inzwischen schon so lange regelmäßig meinen Teil Rohkost, esse nicht mehr so sehr viel wie früher, rauche nicht, trinke keinen Alkohol, esse  nur 2 x am Tag eine absolut normale deutsche Mischkost und erlaube mir dazwischen allenfalls mal eine kalorienarme sehr vitalstoffreiche kleine Zwischenmahlzeit. Damit gelingt es mir, ohne jeden Krampf mein Gewicht zu halten und gesundheitlich stabil zu bleiben. Seit Jahren geht es mir damit so gut, dass ich selbst keine native Kost mehr brauche, bzw. davon keine besonderen Verbesserungen mehr erfahre. So wie mir ist es in den letzten Jahren schon sehr vielen Menschen ergangen. Nach deutlichen Erfolgen mit nativer Kost haben sie sie letztlich nicht mehr verzehrt. Jeder Zweite hat aber seine alten Gewohnheiten wieder aufgenommen und ist mit den alten Beschwerden auch zur nativen Kost zurückgekehrt.

Es gibt in meinen Augen keinen Zweifel mehr, dass es in der heuten Zeit in den begüterten Ländern der Erde wrklich ganz einfach isst, sich so gut zu ernähren, dass man über eine solide Immunabwehr verfügt und daher praktisch auch gegen Erkältungen und Entzündungen gefeit ist. Körperliche Bewegung muss sein, aber regelmäßig an der frischen Luft flott zu wandern reicht zum Beispiel aus. Zahlenmäßig werden es nach meiner Schätzung allerdings mehr als 90 % der Menschen in Deutschland und den  Nachbarländern sein, die dieses Minimum an vernünftiger Ernährung und Lebensführung nicht erfahren – und daher mehr oder weniger stark auf Hilfen wie die native Kost angewiesen sind. Soweit der Botenstoff Serotonin betroffen ist, bleibt die native Kost ein hervorragender generierender Faktor. Ganz sicher aber ist der Serotoninaufbau allgemein nicht so kritisch wie ich das bei der Entwicklung meiner Serotonin-Theorie angenommen habe. Wäre dem nicht so, kämen ich und viele andere nicht mit kluger einfacher Ess- und Lebensweise so gut über die Runden, auch wenn sie lange Zeit keine native Kost mehr zu sich genommen haben.

Ich bin derzeit dabei, meine Erkenntnisse zu überarbeiten und werde die Ergebnisse wohl noch in diesem Jahr in Buchform herausbringen. Arbeitstitel ist: „Einfach essen“, vielleicht auch mit dem  Untertitel: „Essen ohne Krampf“.

Zu Ihrer Frage nach der Wirkung des Hinunterschluckens von Bronchialschleim kann ich in der Literatur und im Netz keine Hilfe finden. Es sind ja so viele ganz einfache Vorgänge im Verdauungstrakt noch nicht untersucht! Daher fragen Sie zu Recht danach, ob ich vielleicht eine Idee hätte, ob der Magenpförtner deswegen zumache.

Ich kann nur annehmen, dass eine kleine Menge von nicht allzu festem Bronchialschleim durch den ständig produzierten Mundspeichel (1,5 l am Tag) so verdünnt wird, dass er sich durch den bei leerem Magen relaxierten Magenpförtner hindurchschlängeln wird. Kommt leichtflüssiger Bronchialschleim aber auf einmal in einer Menge von vielleicht 0,1 l auf, wird dies auch den Magenpförtner zum Dichtschluss veranlassen und das Magenprogramm anwerfen wie das ja bei einem vollen Glas Wasser auch der Fall ist. Ich nehme übrigens nicht an, dass der Bronchialschleim den Verstoffwechslungsvorgang im Dünndarm stark nachteilig beeinflusst. Er enthält ja nichts, was sich zur Zerlegung durch die Enzyme eignete. Theoretisch ist es allerdings möglich, dass Entzündungsstoffe über den Dünndarm in die Blutbahn geraten. Ihn auszuspucken, ihn aufzufangen und zu entsorgen, ist daher im Zweifel besser als ihn zu schlucken.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Ehlers

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »

Fahrrad mit und ohne Muskelkraft

Erstellt von r.ehlers am 25. April 2019

Fahrrad.de ▷ günstig kaufen bis -40% ▷ Bekannt aus TV

Die Genesis informiert uns richtig, dass die Erde für die Menschen kein Paradies ist. Sie müssen sich  „im Schweiße unseres Angesichts“ ihre Nahrung selbst beschaffen. In den Millionen Jahren vor dem Übergang zu Ackerbau und Viehzucht,der um die 10.000 Jahre vor der Jetztzeit datiert, gelang dies zum einen durch das Sammeln ausgewählter essbarer Pflanzen, zum anderen durch die oft kilometerlange Hetzjagd auf das Wild. In diesen Millionen Jahren entstanden in unserer Evolution die biologischen Besonderheiten, die uns auch heute noch auszeichnen. Zu diesen Besonderheiten gehört die innige Verknüpfung der endlosen körperlichen Kreisläufe. Eine unverzichtbare Verbindung besteht danach darin, dass wir nur in guter Funktion bleiben, wenn wir uns ausreichend bewegen. Muskeln, die wir nicht einsetzen, bilden sich zurück, worunter auch die Kalzium-Versorgung der Knochen leidet. Die Notwendigkeit der regelmäßigen körperlichen Herausforderung ist auch im Interesse der rd. 70 Billionen hochkomplizierten Zellen unseres Körpers gegeben. Die Zellen werden so gefordert, die vielen ihnen obliegenden Aufgaben zu erfüllen, vom Proteinaufbau in ihren Ribosomen bis zur Beseitigung von nicht mehr benötigten Substanzen durch ihre Lysosome.

Bis auf wenige Glückliche leben wir – zumindest in den begüterten Regionen der Welt – alle so als brauchten wir uns um die uns mit der Evolution überkommenen Prägungen nicht zu kümmern. Niemand bückt oder streckt sich noch, um Früchte, Gemüse oder Kräuter zu sammeln. In der Masse jagd niemand einem Tier nach, um an dessen Fleisch zu gelangen. Wir bewegen uns nicht mehr, um unsere Nahrung zu finden. Selbst den Weg zum nächsten Lebensmittelmarkt bewältigen wir sitzend am Steuer eines Autos. Unsere Erwerbsarbeit und unsere Freizeit vor dem Fernseher verrichten wir ohnehin fast nur noch sitzend.

Neben der nicht autoamtisierbaren Hausarbeit und dem Sport gibt es heute nur noch eine Aktivität, die für die Großzahl der Menschen mit körperlichem Einsatz verbunden ist: Das Fahrradfahren! Die Hausarbeit fällt in unserer Gesellschaft beileibe nicht jedermann zu, besonders die Männer drücken sich davor. Über Sport wird viel mehr geredet als er praktiziert wird. Die meisten Menschen sind zudem nur wenige Jahre ihres Lebens sportlich aktiv, in denen sie oft genut noch ihrem Körper durch Überforderung schaden. Ich beschränke mich hier daher auf die neuen Probleme des Fahrradfahrens, weil durch die neuen Möglichkeiten des Fahrradfahrens ohne Muskelkraft im Ergebnis weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung in den flachen Gegenden betroffen ist, in denen nicht Hügel und Berge das Radfahren für die meisten Menschen zu anstrengend machen. Es geht um die Elektrifizierung des Fahhradfahrens.

Gerade wird darüber berichtet, dass 2018 allein in Nordrhein-Westfalen 20 Radfahrer mit ihrem E-Bike oder Pedelec tödlich verunglückt sind. Das ist beunruhigend und verlangt nach einer Verbesserung der Fahrradwege. Das größere Problem aber ist, dass die Motorunterstützung dem  Fahrradfahren  jegliche körperliche Herausforderung nimmt. Ohne Motor ist das Fahrrad ja das beste aller denkbaren Sportgeräte, weil es bis ins höchste Alter jederzeit mit dem gerade gewünschen Grad an körperlicher Belastung genutzt werden kann.

Natürlich hat das Fahrrad auch andere Vorteile als den, den Körper zu trainieren. Man kommt gegenüber dem Gehen oder Wandern in der Stunde drei- bis viermal so weit und kann daher viele Wege ohne Auto oder Motorrad bewältigen. Im Berg- und Hügelland, wo der Durschnittsradler sich leicht an Steigungen überanstrengt und sich einen Herzschaden zuziehen kann, hat das Fahrrad mit einem zuschaltbaren Motor einen noch weiteren großen Vorteil. Wenn der Motor die Steigung schafft, fällt der bergauf fahrende Radler mit dem Rad nicht aus dem Profil und in Serpentinenbahnen. Wenn er in der Ebene dann den Motor ausschaltet und wieder in die Pedalen tritt, nutzt er schließlich alle wesentlichen Vorzüge des Fahrrades für sich.

Weiterlesen »

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »