Richtig Essen

GfE- Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V.

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Gemeinsam essen!

Erstellt von admin am Sonntag 11. August 2013

Sachbezug: Esskultur, angesagte Essenzeiten, gemeinsames Essen

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!“ Wer nur isst, weil er Hunger hat, oder es ihn sonstwie zum Essen treibt, schadet sowohl dem Körper wie der Seele.

-Eins bedingt nämlich das andere:

  • Ohne Pausen zwischen den Mahlzeiten wird der Magen nicht frei, um mit flüssigem Nahrungsbrei – aus der nativen Kost – eine intensive Verstoffwechslung im Dünndarm zu erreichen, die den Anstoß gibt für den Aufbau des Esskontrollhormons Serotonin,
  • ohne angesagte Mahlzeiten, die dann natürlich auch einzuhalten sind, ist es nur sehr schwer möglich, zu ausreichend langen Essenspausen zu kommen,
  • ohne die Einhaltung langer Essenspausen kommt es nicht zum Verbrauch der Kohlenhydrate im Blutstrom und zum Einsatz der fettlösenden Hormone (HGH, Adrenalin), folglich wird man seine Fettpolster nicht los,
  • ohne die Einrichtung angesagter Essenszeiten gibt es keine Esskultur.

 

Die Esskultur ist die Klammer für alle auf das Essen bezogenen Verhaltensweisen. Wer sie nie gelernt hat, vielmehr sein Essen zu beliebigen Zeiten und unter beliebigen Umständen zu sich nimmt, kann in seinem Leben von den Vorteilen kultivierten Essens nicht profitieren. Dazu gehören zunächst die vier Bereiche, die hier oben angesprochen sind. Es kommt aber mehr hinzu.

Wir Menschen sind soziale Wesen, die auf ein Leben in einer Horde ausgerichtet sind. Wir sind keine geborenen Individualisten, Einsiedler, Eigenbrötler oder „Singles“. Unsere Art Wesen sucht gemeinsam nach Nahrung und verzehrt sie auch in Gemeinschaft. Für ein Leben in der Tonne, wie es sich der griechische Philosoph Diogenes von Sinope im 4. Jahrhundert vor Christus ausgesucht hatte, sind wir nicht geschaffen. Aber Diogenes hat vielleichtzuvor in seiner Familie das „normale“ Zusammenleben kennengelernt und hielt sich auch in seiner Zeit in der Tonne an die wichtigsten menschlichen Verhaltensregeln. Wer dagegen nicht in der menschlichen Gemeinschaft eine Esskultur gelernt hat, steht an, künftig zu verwahrlosen.

Dass wir dringend Esskultur, die Einrichtung täglicher fester Essenzeiten und ihre Einhaltung und große Pausen zwischen den Mahlzeiten brauchen, war uns allen bis vor einigen Jahrzehnten noch vollauf bewusst. Der Volksmund hat damals unsere Einstellung dazu nachhaltig geprägt. Wie oft nur hat jeder von uns damals gehört:

  • Kind, verdirb Dir nicht den Appetit beim (für das) Essen!
  • Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss essen, was übrig bleibt.
  • Bei Tisch wird nicht gestritten!

In der Geschichte der Menschheit haben sich natürlich auch die größten Geister mit der Frage der richtigen Esskultur befasst. Es ist interessant, da einmal ein wenig zuzuhören:

Vom großen griechischen Philosophen Epikur, der im Streit gegen die Stoiker betonte, den Freuden des Lebens doch ihren Raum zu geben, stammt der Satz:

“Wir sollten erst nach jemandem suchen, mit dem wir essen und trinkem bevor wir essen und trinken.”

Der große römische Philosoph Seneca sah das ähnlich:

“Eher muss man darauf achten, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt!”

Der früh verstorbene französische Philosoph Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues urteilte:

“Die gute Küche ist das innigste Band der guten Gesellschaft.”

Der amerikanischen Schriftsteller William Somerset Maugham empfahl darüber hinaus:

“Bei einem Festmahl sollte man mit Verstand essen, aber nicht zu gut, un sich aber nicht mit zuviel Verstand unterhalten.”

Und der deutsch-amerikanische Philosoph und Schriftsteller („Neugeist“) Prentice Mulford wies darauf hin:

“Schlechte Verdauung kommt weniger von der Nahrung selbat als von der Stimmung, in der wir unsere Nahrung zu uns zu nehmen pflegen.”

Auch wenn die Autoren zu ihrer Zeit noch nicht die Wechselwirkungen zwischen der Nahrungsaufnahme, der Verstoffwechslung und der Lebensstimmung wussten, hatten sie die richtigen Beobachtungen dazu gemacht.

Aus allen Äußerungen wird klar, dass wir Menschen zu unserem Besten eine Esskultur lernen müssen, die auf das Essen in Gemeinschaft angelegt ist. Natürlich kommen Menschen im Laufe des Lebens auch in Situationen, in denen sie einfach keine Tischgenossen (mehr) haben. Sie tun dann gut daran, die gelernten Tischsitten beizubehalten! Es tut ihnen auch gut, wenn sie feste Essenszeiten einhalten und nicht ständig zwischendurch etwas essen.

Wir wissen heute, dass es neben dem Gefühl des Hungers eine große Zahl weiterer Antriebe und Anreize zum Essen gibt. Wenn wir keine Esskultur pflegen, fehlen uns viele Möglichkeiten der praktischen Kontrolle des Essverhaltens. Also seien wir doch klug und machen unseren täglichen Essensplan. Tun wir das, werden wir doppelt belohnt. Zum einen können wir dann nachhaltig etwas für ein angemessenes Körpergewicht tun. Zum anderen aber machen wir die erhebende Erfahrung, dass wir tatsächlich das tun (können), was wir nach reiflicher Überlegung für richtig halten! Wir müssen uns nicht von allen möglichen inneren und äußeren Anreizen zu unsinniger und überflüssiger, oft sogar sehr schädlicher Essensaufnahme verleiten lassen. Wir stecken nicht mehr in dem Problem, sondern befinden uns mit Abstand darüber!