Richtig Essen

GfE- Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V.

Archiv für die 'Allgemein' Kategorie

Kein Wohlfühleffekt durch die Vitalkost auf leeren Magen

Erstellt von r.ehlers am 10. Oktober 2018

Guten Tag, sehr geehrter Herr Ehlers

Ich hatte mich bereits an Fr. Ehlers wegen meiner „Einnahme“ der Vitalkost gewandt, die erhaltenen Antworten fand ich allerdings nicht lösungsorientiert.

Also versuche ich es mal bei Ihnen:

Ich nehme die Vitalkost nun in der vierten Woche. Allerdings blieb die Einnahme“wirkungsfrei“ ! Jedenfalls die gewünschten Wirkungen haben sich garnicht eingestellt. Z.B kein besserer Schlaf, weiterhin Müdigkeit, insbesondere mittags, bisweilen weiterhin Hungerattacken, keinesfalls „Glücksgefühle“.

Also Grund genug, einmal nachzufragen.

Ich nehme die Vitalkost richtig ein.

Auf komplett leeren Magen. Abends zuvor esse ich spätestens gegen 18 h das letzte Mal. Und dann auch nur „leichte“ Kost. Obst. Oder Joghurt.

Allerdings bilden sich bei meiner Vitalkost regelmäßig Klumpen! Die Größe ist ca. 0.8 mm. Sollte das (bereits) reichen, damit der Magen mglw „zu macht“? Jedenfalls ist die Klumpenbildung nicht das was ich mit einem Qualitätsprodukt verbinde! Und ja, ich rühre richtig um. Ziemlich lange, ich zerdrücke mit dem Löffel die Klumpen, die ich sehe. Und ja, ich nehme die richtige Menge Wasser. Und auch das Wasser ist ein echtes Qualitätsprodukt. Usw.usf.

Schon lange esse ich relativ ausgewogen und „vernünftig“. Obst, Salat, Gemüse, Johurt. Kein Weißmehl, bzw eigentlich kaum noch Kohlenhydrate. Dafür nehme ich täglich einen „Drink“ mit Flohsamenschalen, gemahlen. Mit Bentonit, Zimt und Nelken.

Und ich nehme 2x täglich Dr. Niedermairs Rechtsregulat. Auch schon über einen langen Zeitraum.

Ca alle 6 Wochen ein professioneller Einlauf.

M.E sind die Begleitumstände nicht wirklich schlecht. Dazu täglich Sport. (Ausdauer/Kraft, ca. 1 h)

Nun ist es so, dass ich vor 17 Jahren einen Schleudertraumaautounfall erlitten habe. Mglw liegt hier eine Ursache, wie in Ihrem Buch beschrieben.

Frage:

Kennen Sie einen serösen Arzt der für eine Untersuchung in Frage käme? Oder einen geeigneten HWS-Therapeuten?

Denn schließlich soll es ja jetzt endlich positiv mit der Einnahme der Vitalkost weiter gehen.

Mit freundlichen Grüßen

N.N.

Meine Antwort:

Sehr geehrter Herr N.N.,

gern beantworte ich Ihre Fragen so gut ich kann. Zufällig habe ich vor ein paar Tagen mal wieder meinen Blog bedient und bekräftigt, was ich schon sehr bald nach der Entdeckung der Möglichkeit der körpereigenen Genese des Transmitters Serotonin durch eine native Kost geschrieben habe: Der Serotonineffekt kann nur dort auftreten, wo initial ein Serotoninmangel besteht und nicht andere Störungen vorliegen, die entweder den Serotoninaufbau unterbinden oder ihrerseits all die gesundheitlichen Störungen bewirken, wie sie auch beim Fehlen von Serotonin festzustellen sind.

Es ist gut, dass Sie Ihre Situation ausführlich schildern, denn so kann ich Ihnen mit voller Überzeugung sagen, dass Sie persönlich von nativer Kost – gleich von welchem Anbieter – keine Verbesserung Ihres serotonergen Systems erwarten können. Geben Sie die Mischung, die Sie einmal haben, doch weiter an jemand, der weniger gute Ernährungs- und Lebensgewohnheiten hat als Sie und der aus diesem Grunde Probleme mit Wohlbefinden, Müdigkeit tagsüber und schlechten nächtlichem Schlaf hat! Ihm können Sie fast sicher einen großen Gefallen tun.

Bitte sehen Sie doch einmal in den Beitrag http://www.essenspausen.com/fake-promises-native-kost-hilft-nur-begrenzt/ .Meine Frau überwarf sich mit unserem Sohn Dominik, der daraufhin sein Interesse an der Sache Aminas verlor. In der Folge zog auch ich mich zurück. Unser Sohn gehört übrigens zu den Menschen, die  persönlich durch die native Kost keine besonderen Wirkungen erfuhren – um sie zu erfahren, muss man erst einmal unvernünftig gelebt haben, was die Stressachse verschiebt und einen Serotoninmangel erzeugt! Ich habe erst die großartige Wirkung des von mir entdeckten Prinzips an mir selbst erfahren, als ich mich jahrzehntelang höchst unvernünftig ernährt und viel zu wenig für körperliche Bewegung gesorgt hatte. Jetzt, nach Jahren der grundlegenden Besserung der Ess- und Lebensweise erlebe auch ich die völlige Wirkungslosigkeit des Prinzips für mich selbst.

Ich verzichte seit Jahren ganz auf einfache Kohlenhydrate wie Zucker, experimentiere mit Low Carb und Keto, halte Essenspausen ein, d.h. keine Zwischenmahlzeiten, keine Snacks und Reduzierung der Mahlzeiten. Derzeit esse ich nur noch in einem täglichen Fenster von 16 – 20.00 Uhr. Vor 6 Jahren habe ich es auch aufgegeben, Alkohol zu trinken (außer mal 1 – 2 Gläser bei ganz besonderen Anlässen). Selbst auf Kaffee verzichte ich meist (ohne alle Probleme danach) seit einigen Wochen.

Sie, Herr N.N., kümmern sich auf etwas andere Weise, aber sogar mehr um Ihre Gesundheit als ich um meine. Ich habe Rechtsregulat probiert, obwohl mich die innere Logik nicht überzeugte, hatte aber auch keine Vorteile davon. Ich verzichte gern auf eingreifende Vorsorgemaßnahmen wie Einläufe und fast generell die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Zum Glück erlebe ich auch ohne native Kost jeden Tag eine Freude an meiner Existenz, bin tagsüber nie müde und schlafe gut. Erfreulicherweise habe ich ohne besonderes Dazutun keine Probleme mit meiner Verdauung, Ich habe vor 10 Jahren meine schreckliche Arthrose mit der brasilianischen Mischung (350 g Aloe, 500g Honig, etwas Alkohol) komplett beseitigt und habe dank meines ausschließlichen Gehens mit Barfußschuhen keinerlei Haltungsschäden. Mit fast 78 Jahren geht es mir heute sehr viel besser als mit 60 Jahren, als ich die native Kost entdeckte. Dass meine Frau unsere Familie regelrecht gesprengt hat, war letztlich für mich nur von Vorteil, weil mit der folgenden Trennung schwere latente Probleme wie insbesondere charakterliche und intellektuelle Unvereinbarkeiten einfach ihre Bedeutung verloren.

Über die Beschwerden durch das HWS-Syndrom habe ich gegenüber dem Stand bei der Fertigung meiner Bücher über das Serotonin und die Essenspausen nichts hinzu gelernt – außer vielleicht, dass die schwierige zarte Massage der Muskelansätze am Atlaswirbel nicht nur von einigen wenigen Experten ausgeübt wird. Nach bisher nicht voll bestätigten Berichten wird sie auch von allen Physiotherapeuten geleistet, die sich auf die sog. Rolfing-Methode verstehen. Über das Stichwort „Rolfing“ sollten Sie auch zu geeigneten Therapeuten kommen.

Es ist übrigens m.E. nicht gesagt, dass Ihre Probleme wirklich vom HWS-Syndrom stammen. Fast alle Symptome, die dem Fehlen von Serotonin folgen, findet man auch bei der Fehlversorgung mit Adrenalin, Vitamin B 12, D und Schwefel. All diese Dinge und mehr hängen zudem eng zusammen, was die Beurteilung im konkreten Fall äußerst schwierig macht. Dass die Beseitigung eines der möglichen Auslöser zuverlässig alle Auslöser beseitigt, ist wohl selten.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen

Ihr Rolf Ehlers

 

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The Disastrous Rise of Misplaced Power

Erstellt von r.ehlers am 7. Oktober 2018

„Until the latest of our world conflicts, the United States had no armaments industry. American makers of plowshares could, with time and as required, make swords as well. But we can no longer risk emergency improvisation of national defense. We have been compelled to create a permanent armaments industry of vast proportions. Added to this, three and a half million men and women are directly engaged in the defense establishment. We annually spend on military security alone more than the net income of all United States corporations.

Now this conjunction of an immense military establishment and a large arms industry is new in the American experience. The total influence—economic, political, even spiritual—is felt in every city, every Statehouse, every office of the Federal government. We recognize the imperative need for this development. Yet, we must not fail to comprehend its grave implications. Our toil, resources, and livelihood are all involved. So is the very structure of our society.

In the councils of government, we must guard against the acquisition of unwarranted influence, whether sought or unsought, by the military-industrial complex. The potential for the disastrous rise of misplaced power exists and will persist. We must never let the weight of this combination endanger our liberties or democratic processes. We should take nothing for granted. Only an alert and knowledgeable citizenry can compel the proper meshing of the huge industrial and military machinery of defense with our peaceful methods and goals, so that security and liberty may prosper together.“

Dwight D. Eisenhower

 

„One day after I am long gone, you will remember me and say, we should have stopped the nuclear program of Israel, abolished the Federal Reserve, and kicked all secret societies, occupists, usurpers and Zionists, out of our wonderful country, to keep it that way, but it is never too late, remember that“.                         

John F. Kennedy      

 

„Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“

Horst Seehofer

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Fake Promises: Native Kost hilft nur in bestimmten Fällen

Erstellt von r.ehlers am 7. Oktober 2018

I. Aufbau und Ende von Aminas

Im Jahre 2000 stellte ich auf einer Geschäftsreise durch China fest, dass das dort als Abnehmmittel verkaufte getrocknete und gemahlene Pflanzenprodukt namens KUIKE, wenn ich eine kleine Menge davon mit einem Glas Wasser auf leeren Magen verzehrte, meine Stimmung sofort verbesserte und dafür sorgte, dass ich den ganzen Tag über wach und munter blieb und nachts viel besser schlief. Mein damaliger Freund und Mandant Armin Bonack aus Solingen machte dieselbe Erfahrung. Wir stellten fest, dass die Wirkung jeden Tag neu zu erzielen war. Wir sprachen ab, dass ich mich in die wissenschaftliche Literatur in Biochemie und Medizin einlesen sollte, um den Hintergrund für diese Wirkungen zu ermittteln.

Meine Erfahrungen mit KUIKE und meinen vielen versuchsweisen neuen Pflanzenmischungen wie auch die Rückmeldungen von vielen Interessenten, die ich gewinnen konnte, führten mich zu meiner Entdeckung des körpereigenen Aufbaus des Wohlfühlhormons Serotonin – eben durch den Verzehr solcher Pflanzenkost, die ich später in meinem Buch „Wohlfühlhormon Serotonin“ (Via Nova Verlag, 2012, 2. Aufl. 2014) zusammenfasste. Mit der Buchveröffentlichung gründete sich auch die (sich jetzt auflösende) GfE-Gesellschaft für Richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V., deren Vorsitz ich übernahm. 2006 hatte ich eine Mischung aus den getrieideähnlichen Stoffen Amaranth und Quinoa gefunden, die wir Aminas Vitalkost nannten. Mein jüngster Sohn Dominik übernahm den Vertrieb in der Firma Aminas, Armin Bonack war stiller Partner. Als Sprachrohr für die Verbreitung des neuen offenbar großartigen Wissens gewannen wir den bekannten Alternativmediziner Dr. Ruediger Dahlke. Um unabhängig zu bleiben, fungierte ich in der Vertriebsfirma ähnlich wie Dr. Dahlke nur als externer Berater.

Meine Frau, die erst nur schwer für das Projekt zu gewinnen war, übernahm schließlich als Geschäftsführerin die „Finanzhoheit“ für das Unternehmen. Bald darauf verabschiedete sich mein Freund und Partner Armin Bonack von Aminas. Mit heimlicher Vorbereitung gründete er zusammen mit einer führenden Mitarbeiterin eines Zulieferers von Aminas eine neue Firma, die Abon Vital Vitalkost U.G. in Hamburg, die mit relativ wenig Erfolg ihre eigene Vitalkost verkaufte. Armin Bonack gelang es, zusammen mit dem Aminas- Vertriebsparter Naturella aus Wien mit -später nicht eingehaltenen – finanziellen Versprechungen – Dr. Dahlke auf seine Seite zu ziehen. Als für ihn kein Geld floss, begann Naturella, die Produktidee zu übernehmen. Seither preist Dr. Dahlke dessen teuren Aminas-Nachfolger TAKEme.

Der so geschwächten Aminas GmbH bereitete dann meine Frau das nde, indem sie mehr oder minder das Vorgehen des vergraulten Partners Bonack kopierte. Hinter meinem Rücken und dem unseres Sohne Dominik plante sie von langer Hand, sich mit einem eigenenen Angebot an die Lieferanten, Vertriebspartner und Kunden heranzumachen. Zu diesem Zweck gründete sie heimlich in Spanien die Ehlers Naturkost S.L., die sie auch von dort aus betreibt (automatische Telefonumschaltung). Durchaus trickreich brach sie nicht von sich aus mit ihrem Sohn, sondern kürzte ihm wiederholt ohne vorherige Ankündigung seine Bezüge, bis er erklärte, dass er mit ihr nicht mehr arbeiten könne und ihr kündigte. Geschäftlich ging ihr Konzept auf, mein Sohn und ich allerdings sagten uns aber von ihr los.

II. Fake Promises (Falsche Versprechungen)

Neben diesem Hick-Hack ums Geld, wie es ihn ja auch bei großen Firmen wie Adidas/Puma und VW/Porsche gegeben hat, ist der Wert des  von mir gefundenen Weges zur Anhebung des Serotoninlevels durch native Ernährung ziemlich in den Hintergrund getreten. Es liegt aber auch an mir selbst, dass die Aminas Vitalkost, auch als sie noch keine Konkurrenten hatte, nur begrenzte Verkaufserfolge hatte. Jeder weiß, dass in der Werbung das oberste Erfolgsprinzip lautet: „Frechheit siegt!“ Statt pauschal und blumig umschreibend tolle physiologische und gesundheitliche Wirkungen anzupreisen (die unsere Rechtsprechung ja erlaubt , s. „Red Bull verleiht Flüüügel!“), legte ich als gelernter braver Jurist Wert darauf, dass die Aminas-Vitalkost  nicht heftiger beworben wurde als mit dem komplizierten Satz:

Wir nehmen an, dass der Verzehr dieses Lebensmittels auf den leeren Magen bewirkt, dass sich der bei vielen Menschen oft knappe Steuerstoff, das zentrale „Wohlfühlhornon Serotonin“ auf körpereigene Weise bildet. Diese Hypothese ist schlüssig begründet und steht widerspruchsfrei in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Wissen aus der Ernährungswissenschaft und der Hormonlehre (Näheres dazu im Japitel „Synthese von Serotonin auf unserer Homepage www.aminas.de). Im Rechtssinne ist diese Annahme aber nicht hinreichend wissenschaftlich gesichert, weil eingehende wissenschaftliche Überprüfungen noch nicht vorliegen.“

Als das Oberverwaltungsgerich Münster nach langem Rechtsstreit in letzter Instanz die Verbreitung dieser doch sehr vorsichtigen Erklärung im Verkauf der Aminas-Vitalkost verbot, ahnte ich, dass geschäftlich gesehen kaum noch Raum war für eine ehrliche Werbung. Auch in allen meinen Stellungnahmen im vorliegenden Blog wie auch in meinen Vorträgen und Büchern habe ich immer klar herausgestellt, dass das Aminas-Prinzip nur dann von Bedeutung ist, wenn der Mensch, der die kleine Portion Aminas auf leeren Magen zu sich nimmt, überhaupt einen nennenswerten Serotoninmangel hat! Wenn ich heute sehe, wie mein ehemaliger Freund Bonack, meine eigene Frau und andere Nachahmer ihre eigenen Pflanzenmischungen bewerben, wird mir richtiggehend übel.

Da sind beispielseise die kleinen Körner der Scheingetreide Amaranth und Quinoa plötzlich ein „Superfood“, das „Gold der Inkas“. Als ich damals diese Substrate auswählte, kam es doch nur darauf an, dass sie glutenfrei sind! Dass sie wegen des größeren Anteils an Spelz gegenüber dem Stärkekern etwas mehr an Vitalstoffen mitbringen als Weizen oder Hafer, ist doch bei der geringen Menge, die man davon auf leeren Magen isst, ohne wirkliche Bedeutung! Die Anbieter haben aber auch wenig Hemmungen zu behaupten, dass ihre Lebensmittel ohne Einschränkung nach dem gesundheitlichen Status allen Konsumenten physiologische und gesundheitliche Wirkungen sicherten. Meine Frau lässt dazu erklären:

Naturkost-Ehlers-Vitalkost unterstützt Ihr Wohlbefinden bei Arbeit, Freizeit und beim Lernen – für eine gesunde, ausgeglichene und freudvolle Lebensart! Sie ist die perfekte Lösung für alle, die wenig Zeit haben, sich aber trotzdem gesund ernähren möchten.“  Sie verspricht aber auch Hilfe beim „gesunden Abnehmen“.

Solche Versprechuhngen sind unredlich, verstoßen aber auch gegen strafbewehrte Vorschriften des Lebensmittelgesetzes.

III. Was bleibt vom Aminas-Prinzip?

Das wichtige Schlüsselhormon Serotonin spielt schon eine wichtige Rolle im Stresasystem des Menschen. Wenn der Mensch unter Stressfolggn leidet wie insbesondere fehlender Wachheit tagsüber und schlechtem Schlaf in der Nacht, gibt es eine endlose Kette möglicher Auslöser. Einer davon ist das Serotonin, das tatsächlich helfen kann, bestehende Stresskaskaden abzubauen. Was aber, wenn Serotonin gar nicht fehlt und die Fehlfunktionen beispielsweise auf dem Fehlen von Adrenalin oder dem Überschuss an Cortisol beruhen? Oder auf einem Mangel an Vitaminen D oder B12?  Die Symptome sind in allen Fällen fast gleich. Noch klarer ist es dann, wenn initial überhaupt keine Störungen vorliegen. Wozu soll man dann eine Dose gemahlenen Pflanzenmehls (zu teils irrwitzigen Preisen) kaufen und jeden Morgen einen Löffel davon verzehren? Wenn man Probleme hat, wie sie von der Medizin beim Fehlen von Serotonin vermutet werden, kann man doch einfach für ein paar Euro im Reformhaus Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Teff, Kürbiskern  (alle glutenfrei) kaufen und umgehend feststellen, ob man zu den Menschen gehört, die auf den Aminas-Effekt ansprechen!

Wer einmal zu denen zählt, bei denen das bisschen Pflanzennahrung auf leeren Magen so große Hilfen bietet wie ich selbst, mein damaliger Freund Bonack und bestimmt Tausende andere sie erfahren haben, heißt das natürlich nicht, dass das für immer so anhält. Ich weiß von mir selbst und ungezählt vielen anderen, dass sie nach Monaten oder Jahren wenig oder auch gar keine Änderungen in ihrem Wohlergehen mehr spüren. Wo kein Problem (mehr) ist, muss ja auch keines gelöst werden.

Im Übrigen bleibt es dabei: In unserer hektischen Zeit, die geprägt ist von Unsicherheit und Überforderung gibt es viele Mensschen, bei denen die uns von der Natur über Hormone und Transmitter mitgegebene Stressachse beschädigt ist. Einer der vielen Ansatzpunkte für die Entstehung der schädlichen Stresswirkungen ist die nicht ausreichende Versorgung mit dem Stresskontrollhormon Serotonin. Es ist sehr bedauerlich, dass es bisher weder mir noch sonst jemand gelungen ist, das Wissen um die Möglichkeit der Hebung des Serotoinstandes durch den Verzehr nativer Kost weit zu verbreiten. Abertausenden könnte geholfen werden, voraussichtlich viel mehr als durch die kritischen arzneilichen Serotoninwiederaufnahmehemmer!

Die Verbreitung des Wissens über diese Möglichkeiten wird indessen nicht dadurch gefördert, dass die Allgemeinheit sich blind auf die native Kost stürzt, denn die meisten Menschen werden feststellen, dass die Methode bei ihnen nicht wirkt – und wenn dann nur für eine begrenzte Zeit.

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Warum Eltern meist nicht zueinander passen …

Erstellt von r.ehlers am 20. September 2018

Der Wunsch, Kinder zu haben ergibt sich aber, wie Schopenhauer überzeugend dargelegt hat, zwingend aus unserem völlitg irrationalen und übermächtigen Willen zum Leben. Bewerkstelligt wird diese Unterwerfung unter das Ziel, eine Familie zu gründen und dazu beizutragen, die Spezies Mensch in eigenen Nachkommen überleben zu lassen, durch unsere Sexual- und Bindungshormone (z.B. Oxytocin). Sie verpflichten uns, von frühen Lebensjahren an bis zum Tode unablässig den Blick auf andere Menschen zu werfen, als kämen sie alle ernsthaft als Sexualpartner in Betracht.Kurz gesagt: Wir werden mit dem Auftrag geboren, uns fortzpflanzen. Unter diesem Regime präsentieren wir uns auch ohne wirkliches Interesse an sexueller Aktion als jederzeit potenzielle und potente Sexualpartner. Bestes Beispiel ist die unausrottbare Mode der Frauen, ihrem Gesicht täglich eine regelrecht Kampfbemalung zu geben, wie ich es im Beitrag http://www.essenspausen.com/schoenheit-ihr-gnadenloses-regime-ueber-die-menschen/ beschrieben habe. Hier ist auch die selbstverliebte Sucht der Männer zu sehen, die mit großem Aufwand ihren Körper stählen oder zumindest muskulös oder braungebrannt aussehen lassen wollen. Ein Modellpärchen, die all das perfekt präsentieren, sind Donald Trump und seine jetzige Frau: Er ein Macho, der die Nähe zu den Wrestling-Shows der Amerikaner sucht und so tut, als ob alle Frauen in seiner Nähe weich würden, sie ein offenbar unbedarftes aufgeplustertes langbeiniges Model.

  Artur Schopenhauer auf einer Daguerrotypie aus dem Jahre 1852 (Wikipedia)

Schopenhauer vermutet, dass es dem Diktat der Natur entspricht, dass sich sehr häufig sehr unterschiedliche Partner verehelichen. Kleine Menschen finden große Partner, Introvertierte fliegen auf Außengesteuerte, Menschenfreunde landen bei krassen Egoisten im Bett. Diese ungücklichen Mesalliancen sollen nach seiner Meinung eine bessere Gewähr für die positive Fortentwicklung des menschlichen Erbgutes geben. Wie dem auch sei – es unterliegt meist keiner rationalen Kontrolle, wer da mit wem eine Familie gründet. Für das private Glück der Partner ist es nicht gut, wenn sie in den wichtigsten Bezügen uneins sind. So finden Menschen zusammen, die abgesehen vom Sex in der Zeit des Kennenlernens ihren Partner in Wahrheit gering schätzen, wo sie ihn nicht sogar verachten und abstoßend finden. Der „Lackmus-Test“ für die typische Mesalliance ist folgender:

Es vermählen sich Menschen, die so schlecht zusammen passen, dass sie niemals als Freunde füreinander getaugt hätten.

Typischerweise werden die in eine Bezihung von einem Partner eingebrachten Freunde vom anderen Partner nicht geschätzt sondern verekelt. Schauen Sie sich einmal in Ihrer Familie und bei Freunden und Nachbarn um: Sie werden weithin bestätigt finden, dass die Lebenspartner sich so sehr auf den Geist gehen, dass sie in den wichtigsten Lebensfragen uneins sind. Dummerweise kommen sehr viele Betroffene aus dieser Lebensfalle niemals wieder heraus. Sie fühlen sich schuldig, wenn sie ihren Partner in Wahrheit gar nicht (mehr) mögen und offen oder mittels Intrigen gegen seine Interessen handeln. Aber die Wahrheit ist ein großes Tabu. Also bleiben sie Jahrzehnte lang zusammen und feiern noch die stete Wiederkehr ihrer Fehlentscheidung. Die tatsächliche Beziehung wird nach und nach geprägt von Abwendung, Gleichgültigkeit und Täuschung. Darunter leiden natürlich auch die Kinder der Beteiligten, die noch von Glück reden können, wenn die kranke Beziehung ihrer Eltern erst bricht, wenn sie weitgehend erwachsen sind.

Schopenhauer sieht zwei Wege, sich aus diesen Zwängen zu lösen. Der Königsweg ist der, die Lebensweisheit zu gewinnen, die einem bewusst macht, in welchen Zwängen wir nun einmal leben und sich ihnen zu verweigern. Das ist ihm persönlich offenbar gut gelungen. Er lebte bis zu seinem Tode  16 Jahre lang friedlich allein mit seinem Hund in seiner Wohnung am Mainufer in Frankfurt. Allgemein empfiehlt er jedem, sich immer wieder einmal durch die Begegnung mit der Kunst und der Philosophi von den Zwängen des Lebens zu befreien.

 

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Auch Politiker müssen in Haft, wenn sie Gerichtsurteile missachten

Erstellt von r.ehlers am 28. August 2018

„Justiz in Bayern läuft Amok. Erzwingungshaft gegen Amtsträger wegen Abgasen“

so betitelt die (neue) Redaktion des Internetmediums NEOPresse am 27.8. 2018 über die von der Süddeutschen Zeitung berichtete angebliche Überlegung der „bayerischen Justiz“, den bayerischen Ministerpräsidenten Söder und den Umweltminister Huber in Erzwingungshaft zu nehmen, um gerichtliche Entscheidungen durchzusetzen, die die Landesregierung bewusst missachtet. Angeblich sollen die Gerichte erwägen, den Europäischen Gerichtshof um die Genehmigung zur Ausübung der Zwangshaft zu bitten.

Bild: Radiogong.de

NEOPresse wörtlich:

„Spitzenpolitiker auf dem Papier mit einem Bein im Knast

Das wiederum bedeutet, dass Spitzenpolitiker in Bayern mit einem Bein im Knast stehen, wie es etwas despektierlich bei Beobachtern heißt. Denn dem vorliegenden Schreiben nach könnten sogar Wahlbeamte wie Marcel Huber oder Markus Söder, in der amtierenden bayerischen Landesregierung Umweltminister und Ministerpräsident, betroffen sein könnten.

Die Behörden [in Wahrheit sind hier die Gerichte selbst gemeint, RE] möchten sich offenbar nicht mehr „vorführen“ lassen, so heißt es. In München würden die Grenzwerte für die Emission von Stickstoffoxid bereits seit vielen Jahren überschritten. Daher wollen die Behörden [hier sind tatsächlich die Landesbehörden gemeint, RE] für die Stadt dafür sorgen, dass die Luftreinhaltepläne verändert würden. Zudem planen die Behörden somit, die Dieselfahrverbote auch in und für München nun in Angriff zu nehmen und zumindest vorzubereiten, wie es heißt. Das Verwaltungsgericht München und der Verwaltungsgerichtshof in München jedenfalls hatten dies mit entsprechenden Urteilen bereits verlangt. Die Frist lief 2017 ab. Nichts ist geschehen.

Tatsächlich verhängte der Verwaltungsgerichtshof sogenannte Zwangsgelder in Höhe von 10.000 Euro. Wie es hieß, zahlte die Landesregierung (natürlich die Steuerzahler, hier wiederum an sich selbst, die Landeskasse), setzte von den verlangten Maßnahmen allerdings keine um. Nun schreibt der Verwaltungsgerichtshof, dass nur die Erzwingungshaft gegen Amtsträger vor diesem Hintergrund erfolgversprechend sein würde.

Der EuGH hatte bereits 2014 betont, dass die nationalen Gerichte „jede erforderliche Maßnahme“ anordnen müssten, um die Luftreinhaltepläne durchsetzen zu können. Die Staatsregierung in Bayern jedoch ist noch vollkommen gelassen. Verständlich – aber immerhin: Die Schadenfreude scheint groß zu sein.“

Was für ein Wahnwitz! Im Rechtsstaat hat die Exekutive die Entscheidungen der Gerichte ohne Wenn und Aber zu befolgen. An diesem Punkte hat unser Rechtsystem im Vergleich zu den  angelsächsischen Rechtssystemen eine bedauerliche Schwäche. Es gibt bei uns nämlich nicht den Straftatbestand des „Contempt of Court“. Ein Verfahrensbeteiligter oder auch ein Dritter, der sich einer gerichtlichen Entscheidung widersetzt, wird mit Zwangsmitteln zur Einhaltung gezwungen und muss sogar mit einer heftigen Kriminalstrafe rechnen.

Offenbar gibt es im nach Europäischem Recht eine Möglichkeit zur zwangsweisen Durchsetzung von EU-Recht auch gegen Amtsträger. Nicht das ist ein Skandal, sondern die Ignoranz der Redaktion der NEOPresse, die „Spitzenpolitiker“ juristisch für unantastbar hält.

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Die Kunst des Alterns

Erstellt von r.ehlers am 25. August 2018

Da kein Mensch unsterblich ist, hat jeder Mensch die sichere Perspektive der Beendigung seines Lebens durch den Tod – spätestens nach dem Durchleben seiner individuellen Altersperiode. Ob er überhaupt die Phase erreicht, ab der er nach allgemeiner Meinung als alt gilt, steht dagegen in den Sternen. Vor den Fortschritten der modernen Medizin war die Säuglingssterblichkeit die häufigste Todesursache. Kriege löschen immer wieder ganze Generationen junger Männer aus und tun dies in vielen Ländern noch heute. Seuchen wie Pest und Cholera waren weitere führende Ursachen, die die Menschen in großer Zahl vor Erreichen des Alters umbrachten.

Bild: Demografie-Portal.de

 

Heutzutage sind die Zivilisationskrankheiten, ernährungsbedingte chronische Krankheiten wie massives Übergewicht, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, Rheuma, schwere Allergien, Krebs, Alzheimer und Parkinson an die Stelle der schlimmen Seuchen getreten. Allerdings töten diese Krankheiten meist nur langsam, sodass immer mehr Menschen „ihre“ chronischen Krankheiten mit in ihr Alter hinein nehmen. Die Wissenschaft spricht dann im Gegensatz zur Lebenserwartung von einer verkürzten Gesundheitserwartung.

Die oberste Kunst des Alterns, die wir unseres privaten Glückes wegen erlernen müssen, ist es, uns von all diesen terminierenden Faktoren für ein langes gesundes Leben fern zu halten. Wir müssen insbesondere lernen, was unser Körper braucht, um uns richtig zu versorgen und körperlich, geistig und seelisch in Schuss zu bleiben. Mit der Fokussierung auf das private Glück ist nichts darüber gesagt, dass dies nicht auch das Streben nach dem Glück der anderen einschließt. Natürlich kann man niemand „in den Kopf gucken“, aber glaubt wirklich wer, dass der Besitz bedeutender Reichtümer angesichts des schreienden Elends der Mitmenschen eine sichere Grundlage für das höchst persönliche Glücksempfinden sein kann? Superreiche wie Bill Gates und Warren Buffet trennen sich schon zu Lebzeiten von großen Teilen ihres Vermögens. Menschen sind wie alle Primaten evolutionäre Hordentiere und damit naturgegebene soziale Wesen, deren individuelles Glückserleben ihre soziale Einbindung in eine überschaubare menschliche Gemeinschaft erfordert. Wir müssen zwar nicht alle die ganze Welt retten, ohne eine Einbindung  an zumindest einen kleinen Kreis von Mitmenschen geht es uns nicht gut. Hier spielen indes biologische Gegebenheiten hinein, die allein mit persönlicher Nähe nicht zu begreifen sind. Solange die subjektive Zufriedenheit anhält, denken wir kaum daran, dass diese entscheidend von der reibungslosen Funktion unserer zentralnervösen Steuermechanismen abhängt, allen voran der Botenstoffe Serotonin, Dopamin und Oxitocin. Wenn sich dagegen die Welt grau verfärbt und die Depression aufzieht, ist es höchste Zeit, sich dieser Abhängigkeit bewusst zu werden und insbesondere die Weichen für die Ausschüttung des Wohlfühlhormons Serotonin zu stellen.

 

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Die vielen Stunden der Verstoffwechslung und das Kurzzeitfasten

Erstellt von r.ehlers am 17. August 2018

Als sich der Fokus meines Interesses noch überwiegend darum drehte, dass und unter welchen Umständen der Verzehr nativer Nahrung auf leeren Magen im Dünndarm den Nervenreiz auslöst, der die Produktion und die Ausschüttung des Esskontrollhormons Serotonin auslöst, maß ich dem Zeitfaktor bei der Verstoffwechslung von Nahrung im Dünndarm keine besondere Bedeutung bei. Immerhin konnte man nicht daran zweifeln, dass die Verstoffwechslung erheblich schneller und intensiver ablaufen musste als nach dem Verzehr auf den regulär gefüllten Magen. Schließlich hielt der Magen normalerweise alle verzehrte Nahrung fest und gab sie erst nach langwieriger Bearbeitung in kleinen Portionen an den Dünndarm ab!

Heute, wo viele Forscher endlich den Wert der Einhaltung von Essenspausen einsehen, spielt die genaue Dauer der Verstoffwechslung aber doch eine bedeutende Rolle – zumindest im Rahmen des immer weiter wachsenden  Interesses am Kurzzeitfasten, intermittierenden und alternierenden Fasten. Ein wesentlicher Grund für die gesundheitlichen Vorteile wird ja darin gesehen, dass Pausen in der Verdauung dazu führen sollen, dass die Körperzellen nicht pausenlos mit neuen Nahrungsinhalten überschwemmt werden, sondern wieder Zeit für andere wichtige Funktionen haben – die Reparatur des Erbgutes in den Körperzellen und die Beseitigung von Prozessabfällen aus der Zellflüssigkeit (Zytosol) mit Hilfe der Lysosome, der „Müllabfuhr“ der Zellen.

Organisation einer typischen eukaryotischen Tierzelle (Wikipedia):
1. Nucleolus (Kernkörperchen)
2. Zellkern (Nukleus)
3. Ribosomen
4. Vesikel
5. Raues (Granuläres) ER (Ergastoplasma)
6. Golgi-Apparat
7. Mikrotubuli
8. Glattes (Agranuläres) ER
9. Mitochondrien
10. Lysosom
11. Cytoplasma
12. Peroxisomen
13. Zentriolen

Leider fehlt es an differenzierten Untersuchungen, wie lange es braucht, bis die in der Verdauungsschleimhaut des Dünndarms auf die nötige Molekülgröße gebracht hat, damit sie in die dortigen Blut- und Lymphgefäße aufgenommen und durch die Blutbahn an all die nach heutiger aktueller Schätzung 60 Billionen Zellen des Körpers geschickt werden (die Lymphe mit einem vorgeschalteten Sonderweg). In der Literatur krsieren zwei Angaben darüber, wie lange die Verstoffwechslung im Dünndarm dauert: entweder 2 bis 8 oder 2 bis 10 Stunden. Sind die Nahrungsinhalte erst einmal in der Blutbahn, geht es dann aber umso schneller: alle 2 Minutel werden sie mit der Kraft des Herzschlags einmal durch die insgesamt einschließlich aller Kapillaren 10.000 km langen Arterien gejagt.

Die Verweilzeiten der Nahrung im Magen sind viel besser erforscht. Sie machen bei Wasser und Kaffee, Tee oder ähnlichem, aber auch bei einer kleinen Menge gut verflüssigten fein gemahlener Nahrung (native Kost) eine halbe Stunde aus. Bei alleiniger leichter fett- und eiweißarmer Kost sind es immerhin 1 1/2 Stunden, im Durchschnitt bei Mischkost 4  bis 5 Stunden und bei viel Eiweißanteil bis zu 8 Stunden, bei viel Fett wie insbesondere Ölsardinen 12 Stunden. Jetzt kommen für die Verstoffwechslung noch einmal 2 bis 10 Stunden Zeit dazu, bis die Körperzellen wirklich vom Stress der Dauerbelastung befreit werden können. Rechnet man beide Zeitverbräuche zusammen, liegt die Gesamtzeit für Mischkost zwischen 4  und 22 Stunden! Wirkliche Ruhe vor der laufenden Arbeit der Umsetzung der Nahrungsinhalte haben die Körperzellen in der Regel also erst, wenn nach einer Mahlzeit maximal 22 Stunden lang nichts gegessen wird. Im Regelfall, wenn nicht übertrieben viel und nicht übertrieben fett gegessen wird, kommt man auf eine geschätzte Gesamtzeit von nur 12 Stunden, was also im Interesse der Zellen ausreicht und sogar Zeit lässt für die Erledigung des Aufräumarbeiten und Reparaturen innerhalb der Zellen.

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Im Dunkel des Magens: Magenrinne, Magenstraße und Pyloruskanal

Erstellt von r.ehlers am 15. August 2018

Durchsuchen Sie einmal das Internet nach der Anatomie des Magens – überall wird die Komplexität des menschlichen Magens hervorgehoben. Die anatomischen Haupttteile des Magens wie Mageneingang (Cardia), Magenkuppel (Fundus), Magenkorpus, Magenboden, Antrum (Pförtnervorraum) und Pförtner werden genannt, ebenso, dass der gesamte Magen von einer starken Muskulatur umhüllt ist. Auch fehlt nicht der Hinweis, dass der Magen links abseitig gewölbt ist und daher zur Körpermitte, nach links  hin,gekrümmt ist. Dass die durch diese Krümmung entstandene innere und äußere Kurvatur des Magens mit der Magenrinne, der Magenstraße und dem Pyloruskanal drei hochinteressante anatomische Besonderheiten aufweist, die physiologisch gesehen zwei getrennte Verdauungswege durch den Magen möglich machen, nehmen die Experten nicht zur Kenntnis.

Hier aber eine anschauliche Darstellung aus Wikipedia:

Makroskopischer Aufbau des Magens. (1) Korpus, (2) Fundus, (3) vordere Magenwand, (4) große Kurvatur, (5) kleine Kurvatur, (6) Kardia, (9) Sphincter pylori, (10) Antrum, (11) Canalis pyloricus, (12) Incisura angularis, (13) Magenrinne, (14) Schleimhautfalten (durch Fensterung)

 

In meinem Buch über das „Wohlfühlhiormon Serotonin“, Via Nova 2011/2014, S. 86 ff., habe ich auf diese Möglichkeiten aufmerksam gemacht. Da es in diesem Buch aber um endokrinologische Zusammenhänge ging, erreichte meine Information die Experten aus der Gastroenterologie nicht. Ich hatte allerdings schon im Jahre 2000 festgestellt, dass der Magen mit einer auf leeren Magen aufgenommenen kleinen Menge in Flüssigkeit verlöster fein vermahlenen Nahrung ganz anders umgeht als mit aller anderen Nahrung.Unübersehbar kam es dabei zu einer Übegehung des normalen Magenprogramms und einer alsbaldigen intensiven Beschääftigung des Dünndarms, die zentralnervös für die Herstelluung und/oder die Ausschüttung des Esskontrollhormons Serotonin sorgt.

Wenn man über eine Magensonde den Weg einer kleinen Menge flüssiger der Nahrung vom Mageneingang bis zum -ausgang verfolgt, sieht man, dass ein beträchtlicher Teil nach dem Eindringen in den Magen von der in der kleinen Kurvatur des Magens gelegenen Magenrinne aufgenommen wird, die in der obigen Abbildung deutlich hervorgehoben ist. Am unteren Ende der Magenrinne tropft die Nahrungsflüssigkeit im Bereich des sich öffnenden Antrums auf den Magenboden, der in Richtung des Antrums von den tiefen Rillen der der Magenstraße durchzogen ist. Was nicht in die Magenrinne gelangt, fällt in den Korpus des Magens. Dieser ähnelt indessen im leeren Zustand einem leeren Rucksack, der ja auch einen relativ festen inneren Rücken (inner Kurvatur) hat und dessen äußere Hülle von tiefen Falten (äußere Kurvatur) durchzogen ist. Erst nach einer gewissen Füllung dieses Sacks streckt sich die äußere Wand des Magens, wodurch u.a. die Drüsenzellen freigelgt werden, die die Salzsäure des Magens exprimieren. Ohne eine solche Magenfüllung bleibt das pH-Milieu des Magens eher basisch – schon wegen der 1 1/2 l Speichel, die täglich im Mund- und Rachenraum erzeugt werden. Vor der allmählichen Straffung des Magensacks läuft auf den leeren Magen aufgenommene verflüssigte Nahrung entlang der Magenfalten bis hinunter zum Magenboden. Dort treffen sie auf die Magenstraße, die eine Fortsetzung der Riefen des Magensacks darstellt. Im Bereich des Antrums geht der Hauptstrang der Magenstraße in den Pyloruskanal über, der sie an seinem Ende den beim Verzehr auf leeren Magen durch den völlig entspannten Magenpförtner in den Zwölffingerdarm hineinlaufen lässt.

Worin liegt aber die Bedeutung der schnellen Verdauung auf leeren Magen?

Diese extrem verkürzte Magenverdauung beim Verzehr von Nahrung auf leeren Magen macht die Versorgung des Menschen ein gutes Stück weniger abhängig von der spezifischen Füllung des Magens und der davon abhängigen durchschnittlich 4 Stunden und maximal 12 Stunden dauernden Verweildauer der Speisen im Magen. Ich schlage vor, dass wir diesen Sonderweg der verkürzten Magenverdauung nicht allein im Interesse der Hebung des Serotoninspiegels regeläßig nutzen.

Zu einem kleinen Teil nutzt der Körper diesen Weg ganz automatisch. Forscher haben beobachtet, dass auch beim gefüllten Magen die Situation entstehen kann, dass sich fein verflüssigte Nahrung am großen Rest des Magenbreis (Chymus) vorbeischlängeln und den Magenpförtner durchlaufen kann. Dies geschieht außerhalb der rhythmischen Ausstoßung des im übrigen komplett im Magen verarbeiteten Chymus geschehen. Es geht um die Zeiträume nach dem Dichtschluss des Magenpförtners, also die Zeit während der ersten gründlichen Durchmischung des Mageninhaltes nach seiner Aufnahme in den Magen (oder nach weiterem Essen auf den teils gefüllten Magen) wie auch  in den jeweils 3 Minuten  der  finalen Durchmischung des Chymus vor den 20 Sekunden des Hindurchspritzens des Chymus durch den Pyloruskanal ins Duodenum.

Die gezielte schnelle Verdauung auf leeren Magen tritt nur ein, wenn ihre Voraussetzungen bedacht werden. Wie gesagt, eignet sie sich nur für den Transport einer kleinen Menge gut in Flüssigkeit verlöster fein gemahlener Nahrung. Wird diese Menge von 0,1 – 0,2 l überschritten, macht der Magenpförtner „dicht.“ Im Buch über das Serotonin habe ich den Witz weiter getragen, den mir mein Autorenkollege Jörg Müllenmeister dazu erzählte. Dabei ging es um die Frage seiner Kadetten an Oberst Zitztwitz, wie viele Brötchen er wohl auf leeren Magen verputzen könne. Er dachte so an 3 – 4, wurde aber kottigiert, dass der Magen schon nach einem Brötchen nicht mehr leer ist. Der schnelle Transport von Nahrung beim Essen auf leeren Magen tritt bei der Aufnahme einer nicht winzig kleinen Mahlzeit eben nur für die Nahrungsmenge ein, die nicht zum Dichtschluss des Magenpförtners führt. Dieses Wissen lädt gerade dazu ein, jedes Essen auf leeren Magen mit besonders wertvoller Nahrung zu beginnen – insbesondere mit ein wenig Rohkost zu beginnen.

Unsere offizielle Ernährungsberatung redet als Spätfolge des Streits der Koryphäen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) mit den Vertretern der Rohkostlehre wie auch der Gießener Schule(Prof. Leitzmann) ungern von Rohkost. In gesondertem Beitrag werde ich noch einmal zusammenfassen, dass die regelmäßige Aufnahme eines Teils an Rohkost einfach lebensniotwendig ist – und zwar wegen der empfindlichen Nahrungenzyme und der noch kritischeren Schwefelverbindungen.

 

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Wenn die Gewichts-Zunahme nicht gelingen will …

Erstellt von r.ehlers am 1. August 2018

Von: ……@…de]
Gesendet: Dienstag, 31. Juli 2018 14:08
An: rolfehlers.richtigessen@gmail.com
Betreff: Ernährungshilfe für meine Tochter – dringende Bitte

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine  Tochter … wurde aus der Klinik entlassen und muss und möchte an Gewicht zulegen.

Wir bitten um Ihre Hilfe, da wir als Eltern mit unserem Latein am Ende sind, wie dies professionell umzusetzen ist.

Wir haben eine Essplan aufgestellt, jedoch führt er nicht zum Erfolg. … hält zwar ihr geringes Gewicht, legt aber nicht zu, dass wir uns ALLE wünsche.

  1. Ich bitte um ihre fachmännische Unterstützung. Gibt es im Raum …von Ihrer Seite aus Ökonomtrophologen?
  2. Wie würden Sie vorgehen?

Mit freundlichen Grüßen

Meine Antwort:

Sehr geehrte Eheleute …,

ich habe selbst nie über die eigentlich allgemein bekannte Wege zum Zunehmen hinaus geschrieben. Ich habe auch bei anderen Autoren nur feststellen können, dass sie darin kein Problem sehen – von den bekannten Essstörungen wie der Bulimie einmal abgesehen, um die es hier wohl nicht geht.

Wenn es nur allgemein wichtig ist, körperlich mehr Substanz zu gewinnen, ist es bestimmt richtig zu essen, was einem von den Speisen, die in der Bilanz alle wichtigen Inhaltsstoffe enthalten, am besten schmeckt. Man sollte sich feste Essenszeiten einrichten, zu denen man dann einen natürliches Hungergefühl aufbaut. Das heißt, man sollte auf keinen Fall ständig essen und auch nicht zu mehr Gelegenheiten als den üblichen drei Hauptmahlzeiten.

Die Portionen dürfen gut sein, aber nicht übertrieben reichhaltig. Als Nahrung eignet sich normale Mischkost mit etwas Obst, mehr Gemüse, beides zum kleinen Teil auch roh, evtl. auch über ein Smoothie zu Beginn einer Mahlzeit.  Keine Angst vor Fett, es ist ein wichtiger Geschmacksträger. Das Essen darf nicht fade schmecken! Gewürze und Salz nur gezielt einsetzen, damit der natürliche Geschmack der Nahrung (wieder) den eigentlichen Anreiz zum Essen gibt.

Da der Verbrauch der Nahrungsinhalte neben seiner Aufnahme das zweite große Kriterium ist ,ist dieser im Blick zu behalten. Viel  Bewegung ist allgemein  gut für die Gesundheit, es wirkt auch einem übertriebenen Fettaufbau entgegen. Abe der Aufbau der Muskeln, der ein gezieltes regelmäßiges Training  (2 – 3 x die Woche etwa 1 Std.) braucht, ist zum Körperaufbau noch wichtiger. Muskeln wiegen mehr als Fett, ihre Arbeit hält alle Teile des Körpers gut in Schuss. Die körperliche Aktivität fördert insbesondere das Entstehen des entscheidenden natürlichen Hungergefühls.

Je nachdem was tagsüber zu erledigen ist, sollten die ersten beiden Mahlzeiten des Tages leicht sein, damit man nicht auf vollen Magen arbeitet oder sich intensiv bewegt. Die beste Zeit für das Körpertraining ist der frühe Morgen. Schwere Mahlzeiten mit viel Eiweiß (Eier, Fleisch, Fisch) passen am bestens Ins Abendessen. Wenn Ihre Tochter gegen 23.00 Uhr zu Bett geht, sollte sie danach keine substanziellen Mengen an Nahrung aufnehmen.

Da Sie mich anschreiben, gehe ich davon aus, dass Sie meine Erkenntnisse über den Aufbau des Wohlfühlhormons Serotonin durch den gezielten Verzehr einer kleinen Menge nativer Kost auf leeren Magen kennen. Gerade weil ich es selbst erlebt habe und in Tausenden von Fällen bestätigt erhielt, dass das Lebensgefühl hierdurch signifikant verbessert wurde, rechne ich damit, dass dort wo diese Methode anschlägt, viele weitere serotonerge Verbesserungen eintreten, die neben einer durchgehenden Wachheit tagsüber und gutem nächtlichen Schlaf auch positiven Einfluss auf das System von Hunger, Appetit und Sättigung ausüben. Es ist kein Aufwand festzustellen, ob im konkreten Fall auf diesem Wege die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und die Normalisierung des Hungergefühls tatsächlich eintritt. Schließlich genügt 1 El.. Mehl von Buchweizen, Hafer, Amaranth, Quinoa oder Kürbiskernen, den man zusammen mit 1 – 2  Glas Wasser auf leeren Magen aufnimmt. Wer übrigens frei von allen Ernährungsproblemen ist und sich ausreichend bewegt, spricht sinnigerweise weniger  deutlich auf die genannten Wirkungen an. Offenbar ist es so, dass nur Störungen des komplizierten seerotonergen Systems behoben werden. Befinden sich die mentalen Steuersysteme dagegen im Lot, bedarf es der nativen Kost nicht. Da Ihre Tochter aber auf die bisherige sicher gut durchdachte Diät nicht angesprochen hat, rechne ich mit einer vorliegenden Grundstörung, auf die der Versuch mit der nativen Kost ansprechen sollte.

 

Ich wünsche viel Erfolg!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Rolf Ehlers

 

 

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Prof. Dr.Bobert: Wege zum Lebensglück

Erstellt von r.ehlers am 27. Juli 2018

Schauen Sie doch einmal herein in den großartigen YouTube-Vortrag von Frau Professor Dr. Sabine Bobert über die Wege zum Lebensglück :

Bitte lesen Sie auch meinen Kommentar auf YouTube und die direkte Antwort von Frau Bobert sowie meine Vertiefung dazu:

Kommentar Rolf Ehlers

Eine tolle Frau! Der Vortrag beschränkt sich treffsicher auf die nachvollziehbaren Wege zum Glück und lässt alle Esoterik beiseite. Gerade diese Beschränkung passt ins mönchische Konzept, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und den Unrat bewusst weg zu tun. Ich kann übrigens aus langjähriger Erfahrung mit Barfußschuhen bestätigen, dass solches Barfußgehen das ganze Leben verbessert. Ergänzen würde ich die Empfehlung, durch regelmäßiges Schwingen auf dem Minitrampolin den ganzen Organismus bis in die letzte Zelle zu massieren. Richtig ist auch, dass seltener zu essen Zeiten der Verdauungsruhe schafft, die nicht nur körperlich sondern auch emotional und geistig befreit. Schließlich möchte ich auf die wunderbare innere Lösung durch die Meditation auf der Akupunkturmatte aufmerksam machen, die fast wie von selbst auf den Weg zu sich selbst führt.

 

Rückantwort Rolf Ehlers:

Hallo und Dank für die freundliche Antwort! Ich habe tatsächlich einige Jahre an Erfahrung mit nachvollziehbaren Wegen zur praktischen Lebensphilosophie, s. www.essnspausen.com mit Beiträgen unter den Stichworten und mein Buch über das „Wohlfühlhormon Serotonin. Botenstoff des Glücks. Der körperliche Aufbau durch native Ernährung, Via Nova 2011/14. Das Schwingen auf dem Minitrampolin lockert fühlbar Muskeln, Faszien und Gelenke. Was man nicht direkt fühlen kann ist, dass jede unserer 60 Billionen Körperzellen, in denen die bis zu Tausenden Organellen schwimmen, sanft geschaukelt werden. Der Sportmediziner Prof. Dr. Froböse meint sogar, dass 100 Schwingungen auf der Matte mehr bewirken als eine ganze Stunde Wassergymnastik! Mich erinnert diese rhythmische Bewegung auch an die oft bei tibetanischen Mönchen zu sehende Schaukelbewegung in der Meditation (auch an die zwanghaften Bewegungen psychisch Gestörter, was aber auch andere Aspekte hat).. Derzeit arbeite ich am Thema eines „verpflichtenden Essens auf leeren Magen.“ Diese eine Essensregel führt zurück zum Umgang mit der Nahrung unserer evolutionären Vorläufer und beendet zugleich die schweren Fehler beim Essen in der heutigen Überflussgesellschaft. Ob man sich dann wirklich noch zum Fasten (Heilfasten, Kurzzeitfasten, 1:1 oder 16:8 zwingen muss, ist fraglich (die Masse wird man nicht zur Selbstkasteiung gewinnen können).

Und noch einmal Frau Prof. Bobert:

Ich freue mich sehr über Weggenossen 🙂 Ja, das irre war für mich auch, dass ich anfangs dachte: Was soll diese Askese bei den Mönchen, die ist doch überholt! Selbst als Theologin fand ich keinen Zugang dazu. – Und wenn man persönlich kulturelle (Un-)-Gewohnheiten zu hinterfragen beginnt und schlichtweg danach fragt, was einen als Mensch gesund, selbstbewusst und glücklich macht, gelangt man zum Fazit, dass viele kulturelle Regeln schlichtweg Dummheit kanonisieren. Und dass die Mönche in ihrem Minimalismus und der gedanklichen Konzentration bereits die Grundregeln zum glücklichen und freien Leben praktizierten. – Ihr Buch werde ich mir kaufen 🙂

 

 

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