Richtig Essen

GfE- Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V.

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Es gibt keine Zufälle (?)

Erstellt von r.ehlers am Sonntag 19. März 2017

Fast jeder von uns hat es selbst erlebt oder aus so sicherer privater Quelle erfahren, dass jeder Zweifel daran undenkbar ist:

  • Es passieren Dinge im Leben, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Um nicht allein beim Abstrakten zu bleiben, erzähle ich einmal ganz kurz eine meiner „verrücktesten“ Erfahrungen und dann noch ein absolut irrsinniges Ereignis, das meine 1958 nach Kanada ausgewanderte Schwester Ulrike auf einem USA-Besuch in einem Café in Fort Lauderdale in Florida erlebt hat.

Unglaubliches Wissen des Kandidaten im Examen: Quintus Mutius Scaevola

Mit einem enormen Mut zur Lücke ging ich 1966 ohne nennbare Rechtskenntnisse im Grundstücksrecht und im Römischen Recht ins erste juristische Staatexamen. Der Prüfer für beide Gebiete war der Münsteraner Professor Dr. Kiefner, dessen Vorlesungen ich zwar belegt, aber nie besucht hatte – im Gegensatz zu meinen drei Mitprüflingen, die in der gemeinsamen mündlichen Prüfung eine aus dem römischen Recht stammende Klausel des Grundstücksrechts namens Cautio Mutiana exakt wiedergeben konnten, währen sich nur zitterte, dass ich dazu ja nicht gefragt würde, weil ich absolut unwissend war.

Und dann geschah das Unglaubliche: Professor Kiefner teilte uns allen mit, dass wir ihn restlos glücklich machen würden, wenn einer von uns den Namen des Erfinders dieser Klausel nennen könnte. Da schoss mir ein seltsamer Name in den Kopf, der mir beim bloßen Überfliegen eines kleinen Heftchens über die Römische Rechtsgeschichte  im ersten Semester besonders aufgefallen war, weil er wie der ägyptische Käfer Scarabaeus den ungewöhnlichen Umlaut „ae“ verwendete: Quintus Mutius Scaevola. Ich erkannte, dass es mir kaum schaden konnte, wenn ich diese Eingebung äußerte. Aber sie war richtig. Als Kandidat mit solch unglaublichem Wissen wurde ich von da an extrem entgegenkommend geprüft.

Nur ein Furz, aber mit einmaliger Duftnote von Lena

In der Zeit der Wohnungsnot nach 1945 wurde die Wohnung meiner Eltern aufgeteilt. Ein Weißrusse zog mit Frau und Tochter Lena in zwei  Räume unserer Wohnung. Wir vier Kinder fanden alle Lena ganz toll, die wir in alle unsere Spiele mit einbezogen. Eins der Spiele hieß: Um die Wette furzen! Gewonnen hatte der, der die eigenwilligste Duftnote erzeugte. Das war tatsächlich immer Lena. Sie aß wohl anders als wir, weshalb ihre Flatulenzen so seltsam rochen wie keiner von uns das damals oder auch später jemals gerochen hat – bis etwa 30 Jahre später auf den Vorfall im Café in Fort Lauderdale. Da kroch meiner Schwester Ulrike genau dieser Duft wieder in die Nase, der sie laut sagen ließ: „Lena!“ Wie ein Suchhund folgte sie der Duftspur zu einer fremden Frau ein paar Tische weiter. Es war Lena, die keiner von uns seit der Nachkriegszeit jemals wieder gesehen hatte.

Gegen solche spektakulären Vorfälle  wirkt meine ganz aktuelle neue Erfahrung fast gewöhnlich:

Mein ältester,vorehelicher Sohn Mark lebt in England. Wegen besonderer privater Umstände habe ich ihn schon seit 20 Jahren nicht mehr gesehen, wir halten aber in kurzen Abständen immer wieder schriftlich den Kontakt miteinander Als ich jetzt zwei Monate lang nichts von ihm gehört hatte, fragte ich kurz per E-Mail nach, ob es ihm gut ginge. Während ich die Mail verfasste, zeigte mein PC mit einem „Kling“ an, dass gerade eine Mail einging. Sie war von ihm.

Zufall, Koinzidenz, Kontingenz -oder Konvergenz und Synchronizität?

Schlagen Sie doch (noch einmal) meinen Beitrag vom 12.07.2014 auf:

http://www.essenspausen.com/kontingenz-und-lebensangst/

Die Antwort auf die Frage, ob es Zufälle gibt oder sich jede Wirkung auf ihre Ursachen bis hin zum Akt der Erschaffung der Welt zurückführen lässt, ist  eigentlich ganz einfach: Wir wissen es nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dauerhaft überfragt sind, ist überwältigend. Erkennen wir doch einfach, dass uns sowohl die Hardware wie auch die Software fehlen, Wörter wie Sein oder Nichtsein und Gut oder Böse mit irgendeinem Sinn zu erfüllen. Es ist vielmehr eine ganz besondere Art von Hybris zu unterstellen, dass die Welt und wir selbst so beschaffen seien, dass wir jede Frage, die wir formulieren können, auch beantworten können.