Richtig Essen

GfE- Gesellschaft für richtiges Essen und Lebensgestaltung e.V.

Risiken eingehen oder Experimente meiden?

Erstellt von r.ehlers am Sonntag 28. August 2016

Mann sitzt auf Trümmern eingestürzter Häuser in Amatrice | Bildquelle: dpa

Totale Zerstörung von Amatrice. Bild: Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Das schon wenige Jahre nach dem schweren Erdbeben von L’Aquila von 2oo9  in den italienischen Abbruzzen eingetretene neu große Beben in und um Amatrice gibt zu denken, ob wir Menschen nicht anders mit den großen und kleinen Lebensrisiken umzugehen lernen sollten als bisher.

Am 3.3.d.J. habe ich in meinem Beitrag essenspausen.com/der-tanz-auf-dem-vulkan-menschliche-risikoblindheit/ grundlegend auf die erstaunliche allgemeine Risikoblindheit von uns Menschen  hingewiesen. Als Aufhänger hatte ich die jedes jahr denkbare vilkanischen Aktivitäten um Neapel genommen. Sie stehen aber im Zusammenhang mit den eigenwilligen Verwerfungen der längs durch Italien auf und ab verlaufenden Erdplatten.  Das ganze wunderbare Land Italien liegt unter einem ewigen Damoklesschwert wie auf dem ganzen Globus sonst wohl nur die japanischen Inseln.

Aber wird auch nur ein Italiener oder ein Japaner wegen dieser latenten Gefahren jemals sein Land verlassen?

Nach der Katastrophe von L’Aquila hatte Berlusconi großsprecherisch den schnellen Wiederaufbau versprochen, der dann aber extrem schleppend angegangen wurde. Die meisten Bewohner blieben aber im Ort und in der Region. Viele wohnen seither in Notunterkünften. Wir werden sehen, dass es auch in Amatrice Versuche zum Wiederaufbau geben wird. Dabei gibt es in ganz Italien auch Regionen, in denen Erdbeben unwahrscheinlich sind. Nur wollen die Betroffenen, die Familienangehörige und alles Vermögen verloren haben, nicht auch noch ihre dort noch lebenen Freunde und Verwandten verlieren. Es wird schwer fallen, für die Überlebenden akzeptable Alternativen zu finden.

In den Köpfen aller Menschen streitet von Natur aus der aus dem Selbsterhaltungstrieb stammene Drang zur Sicherheit mit dem uns gleichermaßen angeborenen Wissensdurst und unserer Neugier auf das Unbekannte. Daher werden Menschen zu Formel-1-Rennfahrern und stürzen sich kopfüber in Wing-Suits in Abgründe („Red Bull verleiht Flügel“). Wenn solches tollkühnes Verhalten, bei dem immer wieder Menschen ihr Leben lassen, aber Ruhm und Ged verspricht, gibte es stets genügend  Kandidaten, die sich nicht abhalten lassen.

Schließlich stürzen sich jeden Tag immer wieder Menschen in das Abenteuer von Ehe und Familie mit einem ihnen in Wahrheit im Wesen kaum  bekannten Menschen. Dass sie blind waren, sehen sie dann früher oder später, wenn der  Partner zeigt, dass er ganz andere Vorstellungen hat als man in der kurzen Phase der Verliebtheit angenommen hatte. Das Bindungshormon Oxitocin verliert etwa nach einem Jahr seine Wirkung. Wild Entschlossene rechtzeitig auf den Boden der Tatsachen zu holen ist müßig. Welcher Bräutigam denkt sich schon etwas dabei, wenn die Schwiegermutter auch nicht annähernd so schön und wohlgeformt ist wie die eigene Zukünftige. Wer ahnt nur, dass ihm Gleiches droht, wenn er über Zank und Streit in der Herkunftsfamilie des künftigen Lebenspartners großzügig hinwegsieht?